Kick-off-Veranstaltung: So planst du den Jahresauftakt fürs Team

Januar, Montagmorgen, 8:30 Uhr. Dein Team sitzt im Besprechungsraum, Kaffee in der Hand, und wartet auf die neuen Zahlen. Du klickst dich durch 40 Folien, nennst das Umsatzziel, wünschst allen ein erfolgreiches Jahr. Um 10 Uhr sitzen alle wieder am Schreibtisch. Im März weiß keiner mehr, was das Ziel war.
Genau dafür gibt es die Kick-off-Veranstaltung. Kick-off heißt wörtlich Anstoß, im Unternehmen ist es der Startschuss. Eine Kick-off-Veranstaltung ist der Moment, in dem du deinem ganzen Team sagst, wohin die Reise geht, warum es sich lohnt und was du von jedem Einzelnen erwartest. Richtig gemacht, ist sie kein Pflichttermin, sondern der Tag, an dem dein Jahr entschieden wird.
Dieser Artikel bedient dich in zwei Rollen: als Veranstalter, der Programm, Ort und Redner plant, und als Redner, der am Ende selbst auf der Bühne steht. Denn das ist der Kern: Ein Kick-off ist Verkauf vor vielen. Du verkaufst deinem Team das nächste Jahr.
Was ist eine Kick-off-Veranstaltung — und was nicht?
Der Duden führt „Kick-off“ mit der Bedeutung Anstoß und Startschuss für ein Projekt oder Vorhaben. Im Unternehmen hat der Begriff zwei Gesichter, und die musst du sauber trennen.
- Das Kick-off-Meeting startet ein einzelnes Projekt. Kleiner Kreis, Projektteam, 90 Minuten, Rollen und Meilensteine. Wie du das aufsetzt, steht im Leitfaden zum Kick-off-Meeting mit Agenda und Rollen.
- Die Kick-off-Veranstaltung startet ein Jahr, eine Saison oder eine neue Phase des ganzen Unternehmens. Alle sind dabei oder zumindest ein ganzer Bereich, etwa der Vertrieb. Sie dauert einen halben bis ganzen Tag, manchmal zwei, und hat eine Bühne.
Die häufigsten Formen im Mittelstand:
- Jahresauftakt für das gesamte Team im Januar
- Vertriebs-Kick-off für Außendienst, Innendienst und Vertriebsleitung, oft vor dem Start eines neuen Geschäftsjahres
- Kick-off nach einem Einschnitt: neue Strategie, Übernahme, neuer Standort, neue Produktlinie
Was eine Kick-off-Veranstaltung nicht ist: eine Weihnachtsfeier mit Folien. Feiern darfst du, aber der Anlass ist die Ausrichtung.
Jahresauftakt: Warum der Start über das ganze Jahr entscheidet
Die Jahresauftaktveranstaltung ist die häufigste Form der Kick-off-Veranstaltung, und sie wird am häufigsten verschenkt. Der Grund ist simpel: Der Unternehmer sieht sie als Information. Das Team erlebt sie als Stimmungstest.
Deine Leute gehen mit drei Fragen in den Raum:
- Wie steht die Firma da?
- Was kommt dieses Jahr auf mich zu?
- Glaubt der Chef selbst an das, was er sagt?
Die dritte Frage ist die wichtigste. Ob dein Team dir das Ziel abkauft, entscheidet sich an deiner Haltung auf der Bühne, an der Klarheit deiner Botschaft und daran, ob jeder versteht, was er morgen anders macht.
Darum gehört der Jahresauftakt in die erste oder zweite Arbeitswoche des Jahres, nicht in den Februar. Spätestens nach drei Wochen hat jeder sein eigenes Jahr schon begonnen, mit seinen eigenen Prioritäten. Den Rahmen dafür legst du vorher fest — in deiner Vertriebsplanung und deiner Zielsetzung für das Jahr. Der Jahresauftakt übersetzt diesen Plan in Köpfe.
Die drei Ziele einer Kick-off-Veranstaltung
Bevor du einen Raum buchst, beantworte eine Frage: Was soll nach diesem Tag anders sein? Jede gute Kick-off-Veranstaltung verfolgt drei Ziele. Fehlt eines, kippt der Tag.
Ziel 1: Richtung — jeder kennt das Ziel und seinen Beitrag
Das Umsatzziel allein reicht nicht. Dein Team braucht drei bis fünf Prioritäten für das Jahr und muss verstehen, was sie für die eigene Abteilung bedeuten. Der Monteur, die Disponentin, der Außendienstler: Jeder muss nach dem Tag einen Satz sagen können, der mit „Mein Beitrag ist …“ beginnt.
Ein Ziel, das nur in der Präsentation steht, ist kein Ziel. Wie du Ziele so aufsetzt, dass sie bis Dezember tragen, zeigt der Beitrag zum Thema Ziele erreichen mit System.
Ziel 2: Anerkennung — das letzte Jahr wird sichtbar
Dein Team hat im letzten Jahr geliefert. Vielleicht nicht alles, aber vieles. Eine Kick-off-Veranstaltung, die nur nach vorne schaut, wirkt wie eine neue Rechnung ohne Dank für die alte. Ehre die Leistungen konkret: mit Namen, mit Ergebnis, mit einer kurzen Geschichte. Öffentliche Anerkennung ist eines der stärksten Mittel der Mitarbeitermotivation — und sie kostet dich nichts außer Vorbereitung.
Ziel 3: Zusammenhalt — aus Abteilungen wird ein Team
Im Alltag sieht der Vertrieb die Technik nur, wenn es Reklamationen gibt. Auf dem Kick-off sitzen alle im selben Saal. Nutze das. Gemischte Tische, gemeinsame Aufgaben, ein Abendessen ohne Sitzordnung nach Abteilung. Wie du daraus mehr machst als einen netten Abend, steht in den Hebeln für Zusammenhalt im Team.
Hinter allen drei Zielen steht deine Unternehmenskultur. Der Kick-off zeigt sie in Reinform: Was du dort lobst, was du dort sagst und was du dort durchgehen lässt, nimmt dein Team als Regel für das Jahr mit.
Kick-off-Veranstaltung planen: der Ablauf in sechs Schritten
Jetzt zur Rolle als Veranstalter. Plane mit acht bis zwölf Wochen Vorlauf. Für einen Jahresauftakt im Januar heißt das: Spätestens Mitte Oktober steht der Termin.
Schritt 1: Die Botschaft in einem Satz
Schreib auf, was dein Team nach dem Tag denken soll. Ein Satz. Zum Beispiel: „Wir gewinnen dieses Jahr 30 Neukunden in der Region, und jeder weiß, wie er dazu beiträgt.“ Alles im Programm muss auf diesen Satz einzahlen. Was nicht einzahlt, fliegt raus.
Schritt 2: Termin, Ort und Dauer
- Termin: erste oder zweite Januarwoche für den Jahresauftakt, vor dem Geschäftsjahresstart für den Vertriebs-Kick-off. Kein Freitagnachmittag.
- Ort: raus aus dem Büro, wenn es das Budget zulässt. Ein Tagungsraum im Hotel, eine Halle, eine Werkstatt mit Charakter. Der Ortswechsel signalisiert: Heute ist kein normaler Tag.
- Dauer: Für 15 bis 50 Mitarbeiter reicht meist ein halber Tag mit anschließendem Abendessen. Ab einem großen Vertriebsteam mit Arbeitsgruppen lohnt ein ganzer Tag.
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Schritt 3: Das Programm
Ein bewährtes Grundgerüst für einen halben Tag plus Abend:
- Ankommen (30 Minuten): Kaffee, Namensschilder, gemischte Tische
- Eröffnung durch den Inhaber (10 Minuten): Begrüßung, die eine Botschaft, Ablauf des Tages
- Rückblick (20 Minuten): Zahlen des Vorjahres, ehrlich, inklusive dessen, was nicht geklappt hat
- Ehrungen (20 Minuten): Leistungen mit Namen und Geschichte
- Die Rede des Inhabers (25 bis 30 Minuten): Ziel, Prioritäten, Weg
- Pause (20 Minuten)
- Impulse aus dem Team (30 Minuten): zwei, drei Bereichsleiter zeigen in je zehn Minuten, wie ihr Bereich das Ziel umsetzt
- Externer Redner (45 bis 60 Minuten), falls gebucht
- Arbeitsgruppen (45 Minuten): Jede Gruppe erarbeitet drei konkrete Maßnahmen für das erste Quartal
- Abschluss durch den Inhaber (10 Minuten): Zusammenfassung, Handlungsaufforderung
- Abendprogramm: gemeinsames Essen, ohne Pflichtreden
Die Logik: erst Vergangenheit, dann Zukunft, dann Umsetzung. Darum steht der externe Redner nicht am Anfang, wo er gegen den Kaffee kämpft, sondern nach der Pause.
Schritt 4: Die Redner festlegen
Wer spricht, wie lange, worüber? Der Inhaber eröffnet und schließt — immer. Dazwischen sprechen Führungskräfte und, wenn gewünscht, ein externer Redner. Gib jedem Redner eine klare Zeit und ein klares Ziel. Für die Bereichsleiter eignet sich das Format des Impulsvortrags: zehn bis 20 Minuten, ein Gedanke, eine Aufforderung. Mehr als drei interne Redner hintereinander ermüden jedes Publikum.
Schritt 5: Einladung und Erwartung
Lade sechs bis acht Wochen vorher ein und sag, worum es geht, nicht nur wann und wo. „Wir stellen das Ziel für das Jahr vor und legen gemeinsam fest, wie wir es erreichen“ wirkt anders als „Jahresauftakt, 9 Uhr, Hotel Post“.
Schritt 6: Generalprobe und Technik
Am Vortag oder am Morgen: Mikrofon testen, Folien auf dem Bildschirm vor Ort prüfen, Ablauf mit dem Moderator oder Zeitwächter durchgehen. Leg fest, wer im Raum für Technik zuständig ist — nicht du. Jede Minute Kampf mit dem Beamer kostet dich Autorität.
Deine Rede als Inhaber: das Herzstück des Kick-offs
Jetzt zur zweiten Rolle. Der wichtigste Programmpunkt bist du. Kein externer Redner, kein Abendprogramm, keine Ehrung ersetzt die 25 Minuten, in denen der Inhaber sagt, wohin es geht. Dein Team will von dir hören, nicht von einem Dienstleister.
Bau deine Rede wie ein Verkaufsgespräch: Du holst dein Publikum dort ab, wo es steht, zeigst das Ziel, räumst Einwände aus und forderst eine Entscheidung ein. Eine bewährte Gliederung:
- Einstieg: eine Situation aus dem letzten Jahr, die jeder im Raum kennt. Kein „Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich freue mich …“.
- Wo wir stehen: zwei, drei Zahlen, ehrlich eingeordnet. Was lief gut, was nicht.
- Wohin wir wollen: das Ziel für das Jahr, in einem Satz, mit Begründung. Warum dieses Ziel, warum jetzt?
- Wie wir dahin kommen: drei bis fünf Prioritäten, jede mit einem konkreten Beispiel.
- Was das für dich heißt: Sprich die Abteilungen direkt an.
- Handlungsaufforderung: Was passiert ab morgen? Was erwartest du bis Ende März?
Schreib die Rede vorher auf, auch wenn du frei sprechen willst. Wie du ein Manuskript für Unternehmer-Anlässe aufbaust, zeigt der Leitfaden Rede schreiben. Für den Vortrag selbst gilt: Stimme, Tempo und Pausen entscheiden mehr als die Folien — die Techniken dazu findest du im Beitrag zur Rhetorik für Verkäufer.
Und: Erzähl Geschichten. Ein Kunde, der wegen eines Monteurs wiedergekommen ist, bleibt hängen. Eine Prozentzahl nicht. Wie du Geschichten baust, die eine Botschaft tragen, steht im Artikel zum Storytelling.
Externer Redner auf der Kick-off-Veranstaltung: Wann lohnt sich das?
Ein externer Redner bringt einen Blick von außen. Wenn du deinem Team zum fünften Mal sagst, dass Neukundengewinnung Chefsache ist, hören sie dich nicht mehr. Ein Redner von außen sagt denselben Gedanken mit anderen Geschichten und anderer Autorität.
Ein externer Redner lohnt sich vor allem, wenn:
- dein Team eine Veränderung schlucken muss, etwa einen neuen Vertriebsansatz oder eine Neuausrichtung,
- das letzte Jahr hart war und du einen Neustart im Kopf brauchst,
- du ein Thema setzen willst, für das du intern niemanden mit Bühnenerfahrung hast.
Ein externer Redner lohnt sich nicht, wenn er deine eigene Botschaft ersetzen soll. Der Redner verstärkt dein Ziel. Er formuliert es nicht für dich.
Die Begriffe dazu: Eine Keynote ist der Hauptvortrag einer Veranstaltung, der den Grundton setzt. Ein Keynote Speaker ist der Redner, der diesen Hauptvortrag hält. Was eine gute Keynote ausmacht, wie du den passenden Redner auswählst und welche Fehler bei der Buchung teuer werden, steht ausführlich im Leitfaden zum Keynote Speaker.
Dirk Kreuter spricht selbst als Keynote Speaker. Laut seiner Keynote-Seite ist der Vortrag individuell vorbereitet, kein Standardprogramm, mit Fokus auf Vertrieb, Führung, Mindset und Umsetzung — gedacht für Unternehmer-Veranstaltungen, exklusive Kundenveranstaltungen, Führungsformate und interne Kick-offs. Die Investition nennt die Seite offen: 100.000 Euro zuzüglich Reisekosten. Das ist eine Größenordnung für Unternehmen, die ihr Jahr mit einem Paukenschlag beginnen wollen — nicht für jeden Kick-off. Für viele Mittelständler ist der stärkere Hebel zuerst die eigene, gut vorbereitete Rede.
Mitarbeiterversammlung: Information mit Verbindlichkeit
Nicht jede Kick-off-Veranstaltung braucht Bühne und Hotel. Für einen Handwerksbetrieb mit 15 Leuten ist die Mitarbeiterversammlung im eigenen Haus oft die bessere Form: zwei Stunden, alle Mitarbeiter, Zahlen, Ziele, Fragen. Weniger Aufwand, dieselbe Wirkung — wenn du sie genauso ernst vorbereitest.
Ein Punkt, den viele Unternehmer verwechseln: Die Mitarbeiterversammlung ist nicht dasselbe wie die Betriebsversammlung.
- Die Mitarbeiterversammlung ist eine Veranstaltung des Arbeitgebers. Du lädst ein, um über betriebliche Belange zu informieren. Der Wikipedia-Artikel zur Betriebsversammlung grenzt beide Begriffe ausdrücklich voneinander ab.
- Die Betriebsversammlung ist im Betriebsverfassungsgesetz (§§ 42 ff. BetrVG) geregelt und eine Sache des Betriebsrats. Nach § 43 BetrVG beruft der Betriebsrat einmal im Kalendervierteljahr eine Betriebsversammlung ein. Der Arbeitgeber wird eingeladen, darf sprechen und muss mindestens einmal im Jahr unter anderem über die wirtschaftliche Lage und Entwicklung des Betriebs berichten.
Hast du einen Betriebsrat, sprich deinen Jahresauftakt mit ihm ab, damit sich die Termine nicht doppeln. Bei Detailfragen zum Arbeitsrecht gehört das Gespräch zu deinem Anwalt, nicht in einen Blogartikel.
Für die Mitarbeiterversammlung als Kick-off gilt dieselbe Gliederung wie für die große Bühne: Botschaft, Rückblick, Ziel, Weg, Aufforderung. Der Unterschied ist die Nähe. In einer kleinen Runde kannst du Fragen direkt zulassen. Eine Frage, die im Raum beantwortet wird, läuft nicht in der Kaffeeküche weiter.
Kick-off-Veranstaltung Ideen: Programmbausteine, die wirken
Wer nach Firmenevent-Ideen sucht, findet Kochkurse und Hochseilgärten. Das gehört ins Abendprogramm oder in ein eigenes Mitarbeiterevent. Auf einer Kick-off-Veranstaltung zählt, was das Ziel verankert. Bausteine, die sich bewährt haben:
- Die Kundenstimme: Lade einen Stammkunden ein, der in fünf Minuten erzählt, warum er bei euch kauft. Kein Vortrag deines Teams wirkt so wie dieser.
- Ehrungen mit Geschichte: Nicht nur „Verkäufer des Jahres“, sondern auch die Disponentin, die im Sommer den Laden zusammengehalten hat. Mit einer kurzen Würdigung, die zeigt, dass du hingeschaut hast.
- Kurzvorträge im festen Takt: Jede Abteilung stellt ihren Plan in einem strengen Format vor, etwa als Pecha Kucha mit 20 Bildern zu je 20 Sekunden. Das zwingt zur Klarheit und hält das Tempo hoch.
- Die Quartalswette: Teams setzen sich ein Ziel für das erste Quartal. Die Auflösung gibt es beim nächsten Treffen.
- Die offene Fragerunde: 20 Minuten, in denen jeder den Inhaber alles fragen darf. Fragen vorher anonym einsammeln, wenn das Team noch nicht offen spricht.
- Das gemeinsame Abendessen: ohne Sitzordnung nach Abteilung, ohne Pflichtreden.
Für Bausteine, die eher auf Zusammenarbeit zielen als auf Ausrichtung, findest du Übungen im Beitrag zum Teambuilding. Die Regel: tagsüber Ausrichtung, abends Gemeinschaft.
Beispiel: Vertriebs-Kick-off bei einem B2B-Mittelständler
Ein typischer Fall, als Szenario: ein Großhändler für Industriebedarf mit 80 Mitarbeitern, davon 14 im Außen- und Innendienst. Das letzte Jahr brachte ein leichtes Umsatzminus, zwei große Kunden sind abgewandert. Der Inhaber will im neuen Jahr gezielt Neukunden in zwei Branchen gewinnen.
Die Botschaft in einem Satz: „Wir holen uns dieses Jahr die Kunden, die bisher bei unseren Wettbewerbern bestellen — in der Lebensmittelindustrie und im Maschinenbau.“
Der Ablauf am Tag:
- 9:00 Uhr: Ankommen in einem Tagungshotel 30 Kilometer vom Firmensitz, gemischte Tische aus Außendienst, Innendienst und Logistik
- 9:30 Uhr: Eröffnung durch den Inhaber. Er beginnt nicht mit Zahlen, sondern mit dem Anruf des abgewanderten Kunden und der Frage: „Was hätten wir anders machen müssen?“
- 9:45 Uhr: Rückblick durch die Vertriebsleitung — offen, auch zu den Verlusten
- 10:10 Uhr: Ehrungen: der Innendienstler mit der kürzesten Angebotszeit, die Außendienstlerin mit den meisten Neukundenterminen
- 10:30 Uhr: Rede des Inhabers: Ziel, zwei Zielbranchen, drei Prioritäten, was das für Innendienst und Logistik bedeutet
- 11:00 Uhr: Pause
- 11:20 Uhr: Ein langjähriger Kunde aus dem Maschinenbau erzählt, warum er geblieben ist
- 11:30 Uhr: Zwei Impulsvorträge der Teamleiter zu je zehn Minuten: „Wie wir die ersten 50 Zielkunden ansprechen“ und „Wie der Innendienst Angebote in 24 Stunden liefert“
- 12:00 Uhr: Mittagessen
- 13:00 Uhr: Arbeitsgruppen nach Zielbranche. Ergebnis: je eine Liste von 25 Zielkunden und die Maßnahmen für das erste Quartal
- 14:30 Uhr: Vorstellung der Ergebnisse, Abschluss durch den Inhaber mit klarer Handlungsaufforderung: „Bis zum 31. März hat jeder Außendienstler zehn Ersttermine in den Zielbranchen.“
- 18:30 Uhr: gemeinsames Abendessen
Was diesen Tag trägt, ist der rote Faden: Jeder Programmpunkt zahlt auf den einen Satz ein. Und am Ende geht jeder mit einer Zahl, einem Datum und einer Liste nach Hause.
Die Variante für den Handwerksbetrieb: ein Elektrobetrieb mit zwölf Mitarbeitern. Statt Hotel der eigene Betriebshof, statt Tagesprogramm drei Stunden am Samstagvormittag mit anschließendem Grillen. Der Inhaber spricht 20 Minuten über das Ziel — mehr Aufträge im Bereich Photovoltaik, weniger Kleinaufträge —, ehrt den Gesellen, der die meisten Kundenempfehlungen gebracht hat, und lässt jeden Monteur einen Vorschlag machen, wie Folgeaufträge direkt beim Kunden entstehen. Derselbe Aufbau, ein Zehntel des Aufwands.
Nachbereitung: Was nach dem Applaus passiert
Die meisten Kick-off-Veranstaltungen sterben am Tag danach. Die Nachbereitung entscheidet, ob der Tag eine Wirkung hat oder nur eine Erinnerung ist.
- Innerhalb von 48 Stunden: eine kurze Zusammenfassung an alle — die Botschaft, das Ziel, die Prioritäten, die Ergebnisse der Arbeitsgruppen. Eine Seite, keine 40 Folien.
- In der ersten Woche: Jede Führungskraft bespricht mit ihrem Team, was die Ergebnisse für die nächsten 30 Tage heißen.
- Nach 30 Tagen: ein erster Zwischenstand in der regelmäßigen Teamrunde. Was ist umgesetzt, was hängt?
- Nach 90 Tagen: Auflösung der Quartalswette, Würdigung der ersten Erfolge, Korrektur der Maßnahmen.
- Rückmeldung einholen: eine kurze, anonyme Abfrage — was war stark, was soll beim nächsten Mal weg?
Wenn das Ziel nach drei Monaten nirgends mehr auftaucht, hat dein Team gelernt, dass der Kick-off eine Show war. Beim nächsten Mal hört es dir dann nur noch höflich zu.
Die häufigsten Fehler bei der Kick-off-Veranstaltung
- Zu viele Folien, zu wenig Botschaft. 40 Folien voller Zahlen beweisen Fleiß, nicht Führung. Eine Botschaft, wenige Zahlen, klare Prioritäten.
- Der Inhaber versteckt sich. Er lässt den Vertriebsleiter die Zahlen präsentieren und den externen Redner motivieren. Das Team merkt: Der Chef steht nicht dahinter.
- Nur nach vorne schauen. Ohne Rückblick und Anerkennung fühlt sich das neue Ziel an wie eine Rechnung.
- Kein Mitmachen. Wer sechs Stunden zuhört, vergisst fünf davon. Arbeitsgruppen machen aus Zuhörern Beteiligte.
- Keine Handlungsaufforderung. Der Tag endet mit „Auf ein erfolgreiches Jahr!“ statt mit „Bis zum 31. März passiert Folgendes“.
Dirk Kreuter spricht auf seinen eigenen Veranstaltungen wie Umsatz Extrem vor mehreren Tausend Teilnehmern. Das Prinzip ist auf der großen Bühne dasselbe wie im Besprechungsraum eines Handwerksbetriebs: Wer ein Publikum bewegen will, braucht ein klares Ziel, eine Botschaft und eine Aufforderung. Ohne diese drei ist jede Veranstaltung nur Programm.
Häufige Fragen zu Kick-off-Veranstaltungen
Was ist der Unterschied zwischen Kick-off-Meeting und Kick-off-Veranstaltung?
Das Kick-off-Meeting startet ein einzelnes Projekt im kleinen Kreis, meist in 60 bis 90 Minuten. Die Kick-off-Veranstaltung startet ein Jahr oder eine neue Phase für das ganze Unternehmen oder einen ganzen Bereich wie den Vertrieb. Sie ist größer, hat eine Bühne und dauert meist einen halben oder ganzen Tag.
Wie lange sollte eine Kick-off-Veranstaltung dauern?
Für die meisten Mittelständler reicht ein halber Tag mit anschließendem Abendessen. Kleine Betriebe kommen mit zwei bis drei Stunden aus. Ein ganzer Tag lohnt sich, wenn Arbeitsgruppen konkrete Maßnahmen erarbeiten sollen oder ein externer Redner dazukommt.
Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Jahresauftakt?
Die erste oder zweite Arbeitswoche im Januar, bevor jeder sein eigenes Jahr begonnen hat. Beim Vertriebs-Kick-off richtet sich der Termin nach dem Start des Geschäftsjahres. Plane mit acht bis zwölf Wochen Vorlauf.
Muss der Inhaber selbst eine Rede halten?
Ja. Die Rede des Inhabers ist der Kern jeder Kick-off-Veranstaltung. Ein externer Redner kann verstärken, aber nicht ersetzen, was dein Team von dir hören will: wohin es geht und ob du selbst daran glaubst.
Ist eine Mitarbeiterversammlung dasselbe wie eine Betriebsversammlung?
Nein. Die Mitarbeiterversammlung beruft der Arbeitgeber ein, um über betriebliche Belange zu informieren. Die Betriebsversammlung ist im Betriebsverfassungsgesetz geregelt und wird vom Betriebsrat einberufen und geleitet. Gibt es bei dir einen Betriebsrat, stimm deinen Jahresauftakt mit ihm ab.
Fazit: Der Kick-off ist der Anstoß — gewinnen musst du das Spiel danach
Eine Kick-off-Veranstaltung ist kein Pflichttermin im Januar. Sie ist der Tag, an dem du deinem Team das Jahr verkaufst: mit einer Botschaft, einem Ziel, einer ehrlichen Lage und einer klaren Aufforderung. Plane sie mit Vorlauf, stell dich selbst auf die Bühne, hol dir einen externen Redner nur dann, wenn er dein Ziel verstärkt, und sorg dafür, dass am Tag danach etwas passiert.
Die Rede ist der Anfang. Was dein Team danach umsetzt, entscheidet über den Umsatz. Damit du für das neue Jahr nicht nur die Bühne, sondern auch das System dahinter hast: Sichere dir das kostenlose Unternehmer-Paket mit 7 Anleitungen für mehr Umsatz und starte mit einem Plan in dein nächstes Jahr, den dein Team mitträgt.
