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Dirk Kreuter auf der Bühne im hellen Sakko vor gelben Jahreszahlen 2004 und 2005 — die Customer Journey beginnt vor dem Kauf.
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Customer Journey: Phasen, Touchpoints und Journey Map

Die Customer Journey zeigt den Weg deines Kunden vom ersten Problem bis zur Empfehlung: Phasen, Touchpoints, Journey Map und die Brüche, die Umsatz kosten.

Dirk Kreuter
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Ein Interessent liest deinen Beitrag, klickt weg und kauft acht Monate später. Zwischen diesen beiden Momenten liegt rund ein Dutzend Berührungspunkte, die du nie gesehen hast. Mindestens einer davon hätte den Kauf fast verhindert.

Genau diese Strecke ist die Customer Journey. Wer sie kennt, hört auf, Budget breit zu streuen — und fängt an, die zwei, drei Stellen zu reparieren, an denen Geld verloren geht.

Was ist die Customer Journey?

Customer Journey ist der gesamte Weg, den ein Kunde von seinem ersten Problembewusstsein über Recherche und Kauf bis zur Nutzung und Weiterempfehlung zurücklegt — samt aller Berührungspunkte mit deinem Unternehmen. Auf Deutsch: Kundenreise. Entscheidend ist die Blickrichtung: Sie wird ausschließlich aus Sicht des Kunden beschrieben, nicht aus Sicht deiner Abteilungen.

Das Gabler Wirtschaftslexikon formuliert den Kern genauso: Der komplette Kaufprozess wird vor, während und nach dem Kauf erfasst — und zwar konsequent aus der Perspektive des Kunden mit seinem Bedürfnis.

Damit unterscheidet sich die Kundenreise von einem Modell, das du wahrscheinlich schon kennst. Der Sales Funnel beschreibt dieselbe Strecke aus deiner Sicht: oben viele Kontakte, unten wenige Abschlüsse, dazwischen deine Stufen und deine Kennzahlen. Die Customer Journey dreht die Kamera um 180 Grad. Sie fragt nicht „Wie viele fallen bei uns raus?", sondern „Was wollte dieser Mensch an dieser Stelle, und was hat er stattdessen bekommen?".

Beides brauchst du. Der Funnel steuert deine Ressourcen. Die Journey erklärt dir, warum die Zahlen im Funnel so aussehen, wie sie aussehen.

Und noch ein Punkt vorweg, weil er den Rest dieses Artikels trägt: Eine Kundenreise ist erst dann Geld wert, wenn am Ende jemand den Hörer abnimmt. Marketing ersetzt keinen Vertrieb. Es macht ihn billiger — weil der Interessent vorbereitet, informiert und vorentschieden im Gespräch sitzt.

Die Phasen der Customer Journey

Die Kundenreise läuft in sechs Phasen ab: Problembewusstsein, Recherche, Vergleich, Entscheidung, Nutzung und Bindung. In jeder Phase hat dein Kunde eine andere Frage im Kopf — und braucht deshalb eine andere Antwort. Wer in Phase eins den Preis nennt, verliert. Wer in Phase vier noch Grundlagen erklärt, auch.

Die vier klassischen Werbestufen Aufmerksamkeit, Interesse, Wunsch, Handlung sind der historische Vorläufer dieser Betrachtung; sie beschreiben aber eine Werbewirkung und keine Kundenreise. Was das Modell leistet und wo es an seine Grenzen kommt, steht im AIDA-Modell.

  • Phase 1 — Problembewusstsein. Der Kunde merkt, dass etwas nicht stimmt: Die Abschlussquote sinkt, die Maschine steht, das Team wächst nicht. Er sucht noch keine Lösung, er sucht eine Erklärung. Seine Frage: „Woran liegt das?"
  • Phase 2 — Recherche. Jetzt sucht er nach Lösungswegen, meist ohne dich zu kennen. Er googelt, fragt im Netzwerk, liest, schaut Videos. Seine Frage: „Welche Möglichkeiten gibt es überhaupt?"
  • Phase 3 — Vergleich. Der Weg steht fest, die Anbieter nicht. Er stellt zwei bis vier Optionen nebeneinander und sucht nach Gründen, welche davon rauszuwerfen. Seine Frage: „Wem traue ich das zu?"
  • Phase 4 — Entscheidung. Angebot, Rückfragen, letzte Zweifel, Unterschrift. Hier fallen die meisten Abschlüsse nicht an der Leistung, sondern am Risiko. Seine Frage: „Was passiert, wenn das schiefgeht?"
  • Phase 5 — Nutzung. Lieferung, Einarbeitung, erste Ergebnisse. Diese Phase entscheidet über Reklamation oder Referenz — und wird in fast jedem Marketingplan vergessen. Seine Frage: „Habe ich richtig entschieden?"
  • Phase 6 — Bindung und Empfehlung. Wiederkauf, Zusatzkauf, Weiterempfehlung. Der günstigste Umsatz deines Unternehmens. Welche Instrumente hier wirken, steht unter Kundenbindung.

Drei Dinge dazu, die in Lehrbüchern selten stehen. Erstens: Die Reise ist keine Gerade. Menschen springen zurück, pausieren wochenlang, fangen von vorn an. Zweitens: Der Großteil passiert ohne dich — dein Kunde spricht mit Kollegen, liest Bewertungen und bildet sich eine Meinung, lange bevor er sich meldet. Drittens: Die Phasen sind unterschiedlich lang. Bei einer Softwareentscheidung im Mittelstand vergehen zwischen Phase eins und Phase vier oft mehr als zwölf Monate.

Touchpoints: Wo dein Kunde dich wirklich trifft

Touchpoints sind alle Berührungspunkte zwischen Kunde und Unternehmen — vom Suchergebnis über die Rechnung bis zum Anruf in der Buchhaltung. Die meisten davon steuerst du nicht bewusst. Genau deshalb entscheiden sie über den Eindruck, den dein Unternehmen hinterlässt, oft stärker als deine Werbung.

Sortiere sie in drei Gruppen, das reicht für die Praxis:

  • Eigene Berührungspunkte. Website, Landingpage, Angebot, Rechnung, Newsletter, Empfang, Verkaufsgespräch, Auslieferung. Du bestimmst hier zu 100 Prozent, was passiert.
  • Bezahlte Berührungspunkte. Anzeigen in der Suche, Werbung auf sozialen Plattformen, Kooperationen. Du bestimmst Botschaft und Zeitpunkt, zahlst aber für jeden Kontakt.

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  • Fremde Berührungspunkte. Bewertungen, Foren, Empfehlungen im Netzwerk, Presse, Aussagen deiner ehemaligen Kunden. Du bestimmst nichts davon — nur die Leistung, über die geredet wird.

Wie groß dieses digitale Feld inzwischen ist, zeigt die amtliche Statistik: Laut Statistischem Bundesamt nutzten 2025 in Deutschland 97 Prozent der Menschen das Internet, 59 Prozent waren aktiv in sozialen Netzwerken. Übersetzt: Die Recherchephase deines Kunden findet online statt, egal wie analog dein Geschäft ist.

Ein Touchpoint, der in keiner Marketingliste auftaucht und trotzdem regelmäßig Aufträge kostet: die Erreichbarkeit. Wer nach drei Klingelzeichen niemanden erreicht und nach zwei Tagen keine Antwort auf seine Anfrage hat, ist bereits beim Wettbewerb. Kein Kanal der Welt repariert das. Welche Kanäle es überhaupt gibt und wie du sie zusammensetzt, steht im Überblick zum Online-Marketing.

So baust du eine Customer Journey Map in sechs Schritten

Eine Customer Journey Map ist die Darstellung aller Phasen, Touchpoints, Fragen und Zweifel eines konkreten Kundensegments auf einer Zeitachse. Sie ist kein Designprojekt, sondern ein Arbeitsdokument. Ein Flipchart und zwei Stunden mit den richtigen Leuten schlagen jedes Tool.

Schritt 1: Ein Segment wählen. Eine Map pro Kundentyp, nicht eine für alle. Der Erstkäufer reist anders als der Bestandskunde, der Handwerksbetrieb anders als der Konzerneinkauf. Welche Segmente du überhaupt hast, klärst du in der Zielgruppenanalyse — die Map setzt darauf auf, sie ersetzt sie nicht.

Schritt 2: Die Phasen auf die Zeitachse legen. Nutze die sechs Phasen von oben und schreib die reale Dauer dazu. Wenn zwischen erstem Kontakt und Abschluss neun Monate liegen, muss das auf dem Papier stehen. Sonst planst du Kampagnen für einen Zeitraum, den es nicht gibt.

Schritt 3: Touchpoints sammeln — aus Daten, nicht aus dem Kopf. Setz dich mit dem Vertrieb zusammen, hör dir zehn Verkaufsgespräche an, lies die letzten 30 Anfragen und ruf fünf Kunden an, die vor Kurzem gekauft haben. Die Frage, die alles bringt: „Wie kam der Kontakt damals zustande, und was ist danach passiert?" Du wirst Berührungspunkte finden, von denen im Marketing niemand wusste.

Schritt 4: Frage, Gefühl und Zweifel je Phase notieren. Was will der Kunde hier wissen? Was befürchtet er? Diese Spalte ist der eigentliche Wert der ganzen Übung. Die Mechanik hinter den Zweifeln liefert die Verkaufspsychologie.

Schritt 5: Verantwortung und Kennzahl je Touchpoint. Jeder Berührungspunkt bekommt einen Namen und eine Zahl. Wer ist zuständig, und woran erkennen wir, dass es funktioniert? Ein Touchpoint ohne Verantwortlichen ist Deko.

Schritt 6: Brüche markieren und genau einen reparieren. Nicht fünf. Einen. Den mit dem größten Umsatzeffekt. Danach der nächste.

Eine Map ist fertig, wenn ein neuer Mitarbeiter nach zehn Minuten Lesezeit erklären kann, wie ein Kunde bei euch zum Kunden wird. Alles andere ist ein Poster.

Welche Kanäle in welcher Phase ziehen

Jede Phase braucht einen anderen Kanal. Frühe Phasen leben von Reichweite und Erklärung, späte Phasen von Beweis und Erreichbarkeit. Wer alle Kanäle gleichzeitig bespielt, zahlt für Kontakte, die noch nichts kaufen wollen — und spart genau dort, wo die Kaufentscheidung tatsächlich fällt.

  • Problembewusstsein und Recherche. Suchmaschinen sind hier der Hauptkanal, weil dein Kunde selbst nach Erklärungen sucht. Wie du bezahlte und organische Sichtbarkeit in der Suche kombinierst, steht unter Suchmaschinenmarketing. Google beschreibt in seiner Search-Central-Dokumentation unmissverständlich, wofür es ranken will: für Inhalte, die für Menschen gemacht sind und eine Frage vollständig beantworten. Für regional tätige Betriebe entscheidet in dieser Phase die lokale Sichtbarkeit — dazu Local SEO. Wo Vertrauen über Personen entsteht, greift Influencer-Marketing.
  • Vergleich. Jetzt zählen Beweise: Referenzen, Bewertungen, Fallbeispiele, ein klares Alleinstellungsmerkmal. Was hier über deine Marke wirkt, ist in der Markenstrategie festgelegt und wird über die Corporate Identity sichtbar — gleiches Auftreten, gleiche Sprache, gleiches Versprechen an jedem Berührungspunkt.
  • Entscheidung. Eine Seite, ein Versprechen, eine Handlung: Hier arbeitet die Landingpage, und hier arbeitet dein Vertrieb. Wenn ein Interessent in dieser Phase 48 Stunden auf eine Antwort wartet, hat kein Kanal einen Fehler gemacht — dein Prozess hat einen.
  • Nutzung und Bindung. Onboarding, Erreichbarkeit, Nachfassen, Zusatzangebote. Diese Phase kostet fast nichts und trägt die Marge.

Welche Instrumente du in welcher Reihenfolge überhaupt entscheidest — von Leistung über Preis bis Kommunikation —, ordnet der Marketing-Mix. Und der Rahmen, in den das alles gehört, ist deine Marketingstrategie.

Brüche finden: Wo die Reise abreißt

Ein Bruch ist eine Stelle, an der der Kunde weitergehen will und nicht kann. Kein Preisproblem, kein Wettbewerbsproblem — ein Reibungsproblem. Vier Fragen decken die meisten davon in einer Stunde auf: Wo wartet der Kunde? Wo muss er etwas zweimal erklären? Wo bekommt er widersprüchliche Aussagen? Wo hört er gar nichts mehr?

Die Klassiker, die ich in über 35 Jahren in nahezu jedem Unternehmen gesehen habe:

  • Der Absprung nach der Anfrage. Das Formular geht raus, dann passiert zwei Tage nichts. Die häufigste und teuerste Lücke überhaupt.
  • Der Bruch zwischen Marketing und Vertrieb. Die Anzeige verspricht eine schnelle Lösung, das Erstgespräch beginnt mit einem Fragebogen. Der Kunde spürt den Widerspruch sofort.
  • Der Bruch nach dem Kauf. Bis zur Unterschrift war jemand für den Kunden da, danach niemand mehr. Genau hier entstehen Reklamationen, die keine Qualitätsprobleme sind.
  • Der stille Interessent. Er hat nicht Nein gesagt, er hat nur nicht mehr geantwortet — und niemand fasst nach.

Für jeden Bruch gilt dieselbe Reihenfolge: messen, reparieren, wieder messen. Nicht diskutieren.

Die Customer Journey messen

Gemessen wird pro Phase, nicht pro Kanal. Für jede Phase brauchst du eine Zahl, die den Übergang in die nächste Phase abbildet: Kontakte, Anfragen, Termine, Angebote, Abschlüsse, Wiederkäufe. Erst diese Kette zeigt, wo Kontakte verloren gehen — eine Klickzahl allein zeigt gar nichts.

Drei Kennzahlen tragen die Steuerung. Erstens die Übergangsquote von Phase zu Phase: Von 100 Anfragen werden wie viele Termine, von 100 Terminen wie viele Angebote, von 100 Angeboten wie viele Aufträge? Zweitens die Dauer je Phase — wenn Angebote im Schnitt 34 Tage liegen, hast du kein Marketingproblem, sondern ein Nachfassproblem. Drittens der Wert eines Kunden über die gesamte Beziehung, nachzurechnen unter Customer Lifetime Value: Erst er sagt dir, was ein Neukunde kosten darf.

Wie du daraus Budgetentscheidungen über alle bezahlten Kanäle ableitest, steht im Performance-Marketing. Die Kennzahlen der Vertriebsseite findest du unter Vertriebskennzahlen.

Eine Warnung zur Zuordnung: Kein Auswertungssystem der Welt bildet eine echte Kundenreise vollständig ab. Gespräche im Netzwerk, ein Podcast im Auto, die Empfehlung beim Mittagessen — das taucht in keiner Statistik auf. Deshalb bleibt die wirksamste Messmethode die eine Frage im Erstgespräch: Wie kam der Kontakt zustande, und was ist davor passiert? Zwei Wochen lang mitschreiben schlägt jedes Dashboard.

B2B- und B2C-Journey: der Unterschied

Im B2C entscheidet eine Person, oft in Minuten oder Tagen, überwiegend emotional und mit geringem Risiko. Im B2B entscheidet ein Gremium über Monate, mit Budgetfreigabe, Einkauf und internem Rechtfertigungsdruck. Dieselben sechs Phasen — aber vervielfacht um jede beteiligte Rolle.

Daraus folgen drei praktische Konsequenzen. Erstens: Du planst nicht eine Journey, sondern mehrere parallel — der Anwender hat andere Fragen als der Geschäftsführer und der Einkauf wieder andere. Zweitens: Du brauchst Material, das dein interner Fürsprecher weitergeben kann; im B2B verkauft dein Kontakt dein Angebot intern weiter, während du nicht im Raum bist. Drittens: Die Nutzungsphase ist im B2B kommerziell die wichtigste, weil Verlängerung und Ausbau dort entschieden werden.

Wie Marketing diese lange Strecke im Geschäftskundenumfeld bespielt, steht unter B2B-Marketing — den Ablauf danach übernimmt der B2B-Vertrieb.

Die häufigsten Fehler

Der teuerste Fehler ist die Map, die niemand nutzt: ein schönes Dokument, an dem drei Wochen gearbeitet wurde und aus dem keine einzige Handlung folgte. Vier weitere Fehler kosten in der Praxis am meisten Umsatz — und alle vier lassen sich in einer Woche abstellen.

  • Aus der eigenen Sicht gedacht. Auf der Map stehen Abteilungen und Kampagnen statt Fragen und Zweifel des Kunden. Dann beschreibst du deinen Funnel und nennst ihn Journey.
  • Nur bis zur Unterschrift geplant. Die Phasen fünf und sechs fehlen. Damit verschenkst du den günstigsten Umsatz, den es gibt: den vom Bestandskunden.
  • Reichweite ohne Anschluss. Kampagne läuft, Anfragen kommen, niemand ruft zurück. Marketing erzeugt Aufmerksamkeit, Vertrieb erzeugt Umsatz. Wer nur die erste Hälfte baut, kauft teure Kontakte und wundert sich über die Rechnung.
  • Zu viele Baustellen gleichzeitig. Sechs Verbesserungen parallel bedeuten keine messbare Verbesserung. Eine Stelle, ein Verantwortlicher, eine Zahl, vier Wochen.

Und ein fünfter, der in den Zahlen unsichtbar bleibt: Man fragt Kunden nicht. Zehn Anrufe bei Kunden, die vor drei Monaten gekauft haben, liefern mehr über deine Kundenreise als jedes Auswertungswerkzeug. Das kostet einen Nachmittag.

Häufige Fragen zur Customer Journey

Was ist der Unterschied zwischen Customer Journey und Funnel?

Die Customer Journey beschreibt den Weg aus Sicht des Kunden: seine Fragen, seine Zweifel, seine Berührungspunkte. Der Funnel beschreibt dieselbe Strecke aus Anbietersicht mit Stufen und Abschlussquoten. Die Journey erklärt das Verhalten, der Funnel steuert die Ressourcen. Beide gehören nebeneinander auf den Tisch.

Wie viele Phasen hat die Customer Journey?

Gängig sind fünf bis sieben Phasen. In diesem Artikel arbeiten wir mit sechs: Problembewusstsein, Recherche, Vergleich, Entscheidung, Nutzung, Bindung. Die genaue Zahl ist zweitrangig — entscheidend ist, dass die Phasen nach dem Kauf enthalten sind, weil dort Wiederkauf und Empfehlung entstehen.

Wie lange dauert eine Customer Journey?

Das hängt von Preis und Risiko ab. Ein günstiger Alltagskauf ist in Minuten entschieden, eine Investitionsentscheidung im Mittelstand zieht sich häufig über viele Monate. Miss die reale Dauer in deinen eigenen Aufträgen, statt sie zu schätzen — sie bestimmt, wie lange du nachfassen musst.

Brauche ich für jedes Kundensegment eine eigene Journey Map?

Ja, für jedes wesentliche Segment eine eigene. Erstkäufer und Bestandskunden reisen unterschiedlich, ebenso Kleinbetrieb und Konzerneinkauf. Fang mit dem Segment an, das den größten Umsatzanteil trägt. Eine Map für alle wird so allgemein, dass keine Entscheidung mehr daraus folgt.

Welche Werkzeuge brauche ich für eine Customer Journey Map?

Für den ersten Durchgang reichen Flipchart und Haftnotizen mit Marketing, Vertrieb und Kundenservice im selben Raum. Danach genügen eine Tabelle und dein CRM-System zur Nachverfolgung. Spezialsoftware löst kein einziges Problem, das du vorher nicht verstanden hast.

Fazit: Die Reise endet am Telefon

Die Customer Journey ist kein Marketingposter, sondern eine Landkarte deiner Umsatzverluste. Sie zeigt dir schwarz auf weiß, an welcher Stelle Menschen aussteigen, die eigentlich kaufen wollten. Und sie zeigt dir noch etwas: Die meisten dieser Stellen liegen nicht in der Werbung, sondern in der Reaktionszeit, im Nachfassen und in der Betreuung nach dem Kauf.

Deshalb der Satz, mit dem ich seit über 35 Jahren in Unternehmen gehe: Marketing ersetzt keinen Vertrieb, es macht ihn billiger. Reichweite ohne jemanden, der den Hörer abnimmt, ist ein Kostenblock. Reichweite plus sauberer Vertriebsprozess ist ein System — und Systeme sind vorhersagbar.

Fang klein an: eine Map, ein Segment, ein Bruch, vier Wochen. Wenn du wissen willst, über welche Plattformen deine Kundenreise heute startet und worauf es dort wirklich ankommt, sichere dir die kostenlose Plattform-Checkliste — und bau dir daraus die Sichtbarkeit, die deinem Vertrieb vorbereitete Gespräche liefert.