Prokrastination: Tipps gegen das ständige Aufschieben

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Beitragsbild Prokrastination

Unangenehme Telefonate, eine langweilige Präsentation oder gar die Steuererklärung – typische Dinge, die wir nur zu gerne aufschieben. Prokrastination, das Verschieben von anstehen Aufgaben, nennt man das auch. Der Nachteil an der Sache: Verschwinden werden die Aufgaben dadurch leider nicht, sondern dich eher in deiner Produktivität bremsen. Daher hilft es nix: Ran an den Speck und durch! Wie dir das gelingt, verrate ich Dir nun…

Prokrastination: Was versteht man darunter?

Tatsächlich handelt es sich bei der Prokrastination um einen wissenschaftlichen Fachausdruck. Die Bezeichnung leitet sich von dem Lateinischen Wort „procrastinatio“ ab, was soviel wie „Vertagung“ oder „Aufschub“ bedeutet. 

Und das beschreibt auch schon ziemlich gut, was mit dem Phänomen gemeint ist: Aufgaben und Dinge, die wir nicht gerne erledigen möchten, schieben wie so lange es geht vor uns her. Das ist aber noch nicht alles. Denn zur Prokrastination gehört auch, dass wir stattdessen Dinge erledigen, die zwar nicht so dringend sind, uns dafür aber mehr Freude bereiten.

Klassisches Beispiel: Gegen Ende des Jahres hast du dir vorgenommen, deine Steuerunterlagen rechtzeitig zu sortieren, damit du so schnell wie möglich im neuen Jahr starten kannst. Zugegebenermaßen keine sehr spannende Aufgabe. 

Was machst du also? Statt die Unterlagen und Rechnungen zu sortieren, räumst du erstmal deinen Schreibtisch auf. Danach wird das E-Mail-Postfach entrümpelt und zu guter Letzt werden noch diejenigen Punkte auf deiner To-Do-Liste abgehakt, die dort schon mehrere Tage stehen.

Eine klassische Vermeidungsstrategie, die selten gut ausgeht. Denn – auch das gehört zur Prokrastination dazu – wir wissen in den meisten Fällen, dass das böse Erwachen mit ziemlicher Sicherheit kommen wird. 

Unterschiedliche Typen von Aufschiebern

Interessanterweise gibt es zwei verschiedene Typen von Aufschiebern, die ich dir nicht vorenthalten möchte. Wenn du die Vermutung hast, dass du hin und wieder zur Prokrastination neigst, erkennst du dich in einem der beiden Typen vielleicht wieder:

  1. Erregungs-Prokrastinierer: Dazu gehören die Personen, die wirklich erst kurz vor knapp reagieren. Die Präsentation ist in zwei Wochen fällig? Dann hat man ja noch mehr als eine Woche Zeit, bevor die Arbeit beginnt. Diese Menschen arbeiten besonders effektiv unter Druck – oder reden sich das zumindest ein.
  2. Vermeidungs-Prokrastinierer: Diese Menschen drücken sich vor Aufgeben, weil sie Angst davor haben, zu versagen. Statt Aufgaben zu übernehmen, mit denen sie sich hervortun könnten, sucht er Ausreden, warum er das nicht übernehmen kann. 

 

Beide Typen haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Sie suchen die schnelle Bestätigung, statt an einem langfristigen Ziel zu arbeiten. Prokrastinierer sind also nicht einfach untätig. Sie machen nur eben nicht das, was sie in der aktuellen Situation eher tun sollten. 

Prokrastination kann ernste Folgen haben

In der Psychologie wird der Begriff Prokrastination verwendet, um pathologisches Verhalten zu beschreiben. Denn tatsächlich ist häufiges prokrastinieren nicht nur eine schlechte Angewohnheit. Es kann sich zu einer handfesten Störung entwickeln, die sogar Auswirkungen auf dein Privatleben haben kann.

Wenn du dich nämlich erst einmal daran gewöhnt hast, Dinge zu verschieben, wirst du das über kurz oder lang auch mit privaten Angelegenheiten tun, auf die du nicht richtig viel Lust hast.

Und schließlich kann auch die eigene Gesundheit darunter leiden, wenn du ständig unangenehme Aufgaben vor dir herschiebst. Folgende Symptome können sich bei schweren Fällen von Prokrastination zeigen:

  • vermehrter Stress
  • Angststörungen
  • schlechtere Konzentration
  • Depression

 

Ganz so schlimm muss es natürlich nicht werden, wenn du dich hin und wieder vor unangenehmen Dingen drückst. Im Gegenteil, es ist ganz menschlich, dass wir solche Aufgaben lieber weit von uns schieben, statt sie schnell und mit Freude zu erledigen.

Doch leider hilft dir diese Einsicht vermutlich nicht viel weiter, wenn du schon wieder kurz vor der Deadline eines wichtigen Projekts kaum etwas erledigt hast und mächtig unter Druck stehst. 

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Unterscheidet sich Prokrastination von Faulheit?

Dinge ständig verschieben und erst auf den letzten Drücker oder gar nicht erledigen – da kommt man schnell auf die Idee, dass Prokrastination nur ein hübsches Wort für eine ziemlich alltägliche Sache ist: Faulheit.

Das wäre jedoch zu weit gegriffen. Der Unterschied zwischen Prokrastination und Faulheit besteht nämlich darin, dass Menschen, die Dinge aufschieben, aktiv etwas anderes tun. 

Statt die Präsentation vorzubereiten, werden E-Mails beantwortet oder die nächsten Vertriebstermine geplant. Prokrastinierer liegen also nicht faul auf dem Sofa, sondern tun ganz aktiv etwas, um die unliebsame Aufgabe nicht erledigen zu müssen.

Das sind sogar gute Nachrichten. Wenn du nämlich zur Prokrastination tendierst, kannst du etwas dagegen tun. Du bist nämlich nicht faul, sondern im Gegenteil sehr aktiv auf der Suche nach Vermeidungsstrategien. 

Genau das kann dir dabei helfen, die Prokrastination abzutrainieren und wieder anderes Verhalten zu erlernen. Denn in der Tat ist das ständige Aufschieben nicht mehr als eine Angewohnheit, die du dir über längere Zeit antrainiert hast. Im Umkehrschluss bedeutet das eben auch, dass du die Prokrastination mit etwas Übung wieder ablegen kannst. 

Tipps gegen Prokrastination

Mit den folgenden Zeilen möchte ich dir ein paar Tipps und Tricks an die Hand geben, wie es dir zukünftig gelingen kann, konzentrierter, effektiver und effizienter zu arbeiten. Denn Fakt ist nun einmal, nur wer dran bleibt und motiviert sein Ziel verfolgt, wird langfristig auch das erreichen, was er erreichen möchte.

Anders ausgedrückt: Prokrastination hindert dich an deinem Erfolg. Schau dich daher gerne in meinen Tipps um und probier aus, welche für dich passen. Denn nicht alle Methoden passen auf alle Personen gleichermaßen. 

Denn die Prokrastination hat sich bei dir auch nicht von einem auf den anderen Tag eingeschlichen. Es war ein langer Prozess, der dazu geführt hat, dass Aufgaben lieber verschoben, als sofort erledigt werden. Daher dauert es auch seine Zeit, bis du dir dieses Verhalten wieder abtrainierst. Wichtig ist eben nur, dass du dir immer vor Augen hältst. Dass es mit dem richtigen Training und viel Übung geht. Du musst eben dranbleiben und vor allem: Nicht aufschieben!

Grafik Prokrastination

Tipp 1: Eat the Frog

Zugegeben, die Vorstellung, einen Frosch zu essen, klingt nicht gerade verführerisch. Zum Glück ist es nur eine Metapher. „Eat the Frog“ ist eine recht bekannte Methode, die dir dabei helfen soll, produktiver zu arbeiten und damit Prokrastination zu vermeiden – oder sie abzutrainieren. Und sie geht so:

Die unangenehmste Aufgabe auf deiner To-Do-Liste wird morgens als erstes erledigt. Dabei lässt du keine Ausreden zu. Du musst genau diese Aufgabe vor allen anderen abgehakt haben. Erst dann ist der nächste Kaffee, ein Blick ins E-Mail-Postfach oder ein kleiner Plausch mit den Kollegen erlaubt. 

Das erfordert Übung und Durchhaltevermögen, schon klar. Zahlt sich aber langfristig extrem aus. Du lernst nämlich nicht nur, Dinge anzupacken, statt aufzuschieben. Die Methode hat auch einen ganz unmittelbaren Einfluss auf deine Motivation.

Untersuchungen zeigen, dass Menschen, die früh am Arbeitstag die unangenehmste Aufgabe vom Tisch haben, den übrigen Tag über produktiver und motivierter Arbeiten. Und das ist doch genau das, was du erreichen willst, oder?

Tipp 2: Salami-Taktik

Vor allem bei großen, überwältigenden Aufgaben kann die Prokrastination eine verführerische Alternative sein. Sie ist es aber nicht – nie! Statt dich von der Aufgabe förmlich erschlagen zu lassen und aktiv nach einer passenden Vermeidungsstrategie zu suchen, solltest du deine Power in andere Bahnen lenken.

Die Salami-Taktik ist eine gute Option, große Projekte anzugehen. Dazu zerlegst du die Aufgabe in mehrere kleine Einheiten. Der Vorteil: Diese Einheiten kommen dir nicht mehr so riesig und erdrückend vor. Stattdessen sind es jetzt „nur“ noch kleinere Häppchen, die sich leicht bearbeiten lassen.

Das hat noch einen weiteren Vorteil: Gehörst du zu den Menschen, die gerne Listen schreiben und abhaken, kannst du diese Taktik hervorragend dazu nutzen: Schreib die einzelnen Schritte detailliert auf und hakt jeden einzelnen ab, sobald er bearbeitet ist. Jeder abgehakte Punkt wird dir einen Motivationsschub geben, den du wiederum für den nächsten Punkt auf deiner Liste brauchen kannst. 

Tipp 3: 72-Stunden-Regel

Die Idee hinter dieser Regel ist so simpel wie überzeugend: Alles, was du planst und erledigen möchtest, musst du innerhalb von 72 Stunden erledigen. Fängst du nämlich nicht innerhalb dieser Zeitspanne an, wird dein Vorhaben mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ein frommer Wunsch bleiben.

Natürlich ist gerade die 72-Stunden-Regel für Personen, die zur Prokrastination neigen, eine echte Herausforderung. Aber wer Erfolg haben möchte, darf Herausforderungen nicht scheuen.

Der Vorteil der 72-Stunden-Regel: Du musst nicht sofort das gesamte Projekt innerhalb von 72 Stunden erledigt haben. Es geht nur darum, dass du überhaupt damit anfängst. Ist der erste Schritt getan, ist die Aufgabe schon kleiner – man erinnere sich an die Salami-Taktik. 

Und noch einen Vorteil hat die 72-Stunden-Regel: Sie trainiert deine Beharrlichkeit. Eine wichtige Eigenschaft, die dir vor allem im Vertrieb weiterhilft. Denn die besten Kunden wirst du vermutlich nicht mit nur einem Telefongespräch gewinnen. Im Gegenteil, hier gilt es dran zu bleiben und im Notfall auch länger auf das Ziel hin zu arbeiten. 

Tipp 4: Zeitmanagement-Methoden

Wenn du Prokrastination vermeiden oder zumindest minimieren möchtest, musst du auch Zeit für Pausen einplanen. Der Mensch braucht schließlich auch Abwechslung und Erholung. Verbietest du dir eine Pause, wirst du vermutlich eher nach einer Strategie suchen, Arbeit zu vermeiden.

Pausen und Abwechslung sind gut, um den Akku wieder aufzuladen und die Kreativität anzukurbeln. Übertreiben solltest du es dabei jedoch nicht. Für den Anfang kannst du daher bestimmte Tools für dein Zeitmanagement nutzen. Werkzeuge wie die Pomodoro-Technik helfen dir dabei, deinen Arbeitstag klar zu strukturieren und Pausen an der richtigen Stelle zu machen. Nämlich dann, wenn du bereits eine gewisse Zeit konzentriert gearbeitet hast. 

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Über Dirk Kreuter

Dirk Kreuter ist einer der einflussreichsten Vordenker zu den Themen Vertrieb, Verkauf und Akquise, sowohl online wie offline. Er hält schon seit 1990 begeisternde Vorträge und ist Autor von über 50 Büchern & Hörbüchern.

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