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Krisenmanagement: so gehst du bestmöglich mit Rückschlägen um

Wirtschaftlich schwierige Zeiten erfordern ein gut durchdachtes und strukturiertes Krisenmanagement. Denn nur so kannst du gewährleisten, dass deine Mitarbeiter hinter dir und den Maßnahmen stehen und alles daran setzen, das Unternehmen wieder nach vorne zu bringen. Wie dir das gelingen kann, erfährst du hier…

Krisenmanagement: Was versteht man darunter?

Mit dem Begriff Krisenmanagement bezeichnet man die Fähigkeit von Führungskräften, unerwartete Situationen im Unternehmen bestmöglich zu lösen. Dazu können sie verschiedene Methoden anwenden, die von der Planung künftiger Handlungen über die Bewältigung der aktuellen Krisen bis hin zur Prävention weiterer Notsituationen  – soweit das überhaupt möglich ist – reichen können.

Gerade aktuell spielt das Krisenmanagement eine ganz besondere Rolle. Wegen der Corona-Pandemie sind einige Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage geraten, von denen man das als Außenstehender vor einigen Monaten noch nicht gedacht hätte –  wie beispielsweise die Lufthansa.

Krisenmanagement wird daher in den nächsten Monaten für viele Führungskräfte wichtig werden. Denn mit großer Wahrscheinlichkeit werden es nicht alle Unternehmen gut durch die Krise schaffen. Einige müssen Arbeitsplätze abbauen und sind aktuell sogar schon dabei.

Eine Aufgabe von Führungskräften ist es dabei, die Krise so gut wie möglich zu managen und den Mitarbeitern ein verlässlicher Ansprechpartner zu sein. 

Krisenmanagement: Warum es so wichtig ist

Nicht zu unterschätzen dabei: Nicht immer bist du als Führungskraft überhaupt in der Lage, die sich anbahnende Krise überhaupt publik zu machen. Stell dir vor, dein Unternehmen hat in langer und mühevoller Arbeit ein neues Produkt auf den Markt gebracht, das die neue Cash-Cow (lies dir zu diesem Thema unbedingt den Artikel zur BCG-Matrix durch) werden sollte. Leider ist irgendwo in diesem Prozess etwas schief gelaufen, denn das Produkt hat nicht den gewünschten Erfolg erzielt.

Stattdessen sitzt ihr nun auf hohen Kosten, die ein Grund dafür sind, dass nun deine Skills im Hinblick auf Krisenmanagement gefragt sind. Denn häufig wirken sich Krisen nicht nur auf die internen Abläufe aus. Auch Lieferanten und Kunden sind in der Regel davon betroffen, wenn es im Unternehmen nicht mehr rund läuft. 

Um zu verhindern, dass sich die Schwierigkeiten noch weiter ausdehnen, solltest du Stillschweigen über die drohende Krise bewahren. Das fällt vielen jedoch gar nicht so leicht. Denn gerade als Führungskraft wälzt man die Probleme, die sich im Unternehmen anbahnen, unentwegt. 

Besonders feinfühlige Mitarbeiter, aber auch einige Kunden und Lieferanten könnten so merken, dass etwas nicht stimmt. Aber genau das möchtest du ja gerade verheimlichen. Mehr als genug Gründe, sich näher mit einem passgenauen Krisenmanagement zu beschäftigen. 

Krisenmanagement Merksatz

Tipps für ein gelungenes Krisenmanagement

Natürlich sind die Voraussetzungen in jedem Unternehmen andere. Trotzdem gibt es einige ganz allgemeine Ratschläge, die dazu beitragen können, das Krisenmanagement als Führungskraft zu optimieren.

Dazu gehören:

Klare Informationen

Mitarbeiter schätzen es, wenn sie wissen, was gerade los ist  – besonders wenn es um den Arbeitsplatz geht. Eine offene Kommunikation und klare Informationen sind daher der richtige Weg. Natürlich immer nur soweit es für dich als Führungskraft gerade möglich ist. 

Auf der anderen Seite ist es aber auch eine Option, eben klar zu kommunizieren, dass du aktuell nicht mehr zu der Krise sagen kannst. Wichtig ist nur, dass Mitarbeiter nicht über den Flurfunk von geplanten Neuerungen erfahren. Das hat den Vorteil, dass auch die Gerüchteküche nicht zu hoch kochen dürfte, was ebenfalls dazu beiträgt, dass sich die Mitarbeiter gut informiert und aufgehoben fühlen.

Plan erarbeiten

Dass es immer mal wieder zu Krisen kommt, dürfte nicht überraschen. Schließlich verläuft auch die Konjunktur nicht in einem einzigen Aufschwung. Es gibt immer Phasen, in denen es im Unternehmen besser laufen könnte. Hin und wieder entwickeln sich diese Phasen zu einer echten Krise. 

Für diesen Fall sollte ein Plan im Unternehmen bereit liegen, wie mit der Situation zu verhaften ist. Tatsächlich gibt es – den Angaben der Untersuchung PwC Crisis Survey 2019 – gerade einmal in 40 Prozent der befragten Unternehmen einen echten Notfallplan. Nicht gerade üppig.

Umso wichtiger, dass du schnell handelst, und dir einen praktikablen Weg überlegst, wenn es zu einer Krise bei deinem Arbeitgeber oder gar in deinem eigenen Unternehmen kommen sollte.

Dringende Fragen, die die höchste Priorität haben, sind dabei:

  • Wie lassen sich die Kosten der Krise reduzieren?
  • Wie können wir den Schaden begrenzen?
  • Welche Prozesse und Strukturen müssen aufrecht erhalten werden, um die Abläufe im Unternehmen zu sichern?
  • Welcher Mitarbeiter kann welche Aufgaben übernehmen?
  • Gibt es vergleichbare Krisen in der Vergangenheit, die als Beispiel herangezogen werden können?

Ansprechpartner bleiben

Wenn viele Dinge von außen auf dich einprasseln, es kein wirklich funktionierendes Krisenmanagement im Unternehmen gibt und du gar nicht mehr weißt, wo du anfangen sollst, kann es verlockend sein, sich im eigenen Büro zu verbarrikadieren. Verlockend ist es vielleicht – zielführend aber nicht. Denn deinen Mitarbeitern wird es nicht anders gehen.

Auch auf ihnen lastet ein enormer Druck. Schließlich kann die Angst um den Arbeitsplatz eine echte Lebenskrise auslösen und die eigene Existenz bedrohen. Daher: auch wenn es schwer fällt, musst du für gutes Krisenmanagement Ansprechpartner für deine Mitarbeiter bleiben. Sie verlassen sich auf dich und schauen zu dir, wenn sie Halt und Orientierung suchen.

Andere Führungskraft mit ins Boot holen

Wichtig ist außerdem, dass die Führungskräfte insgesamt auf einer Linie sind. Wenn in einigen Abteilungen gar nicht über die aktuelle Krise gesprochen wird, während sich die Mitarbeiter in anderen Abteilungen regelmäßig darüber austauschen, führt auch das zu Unruhe.

Die Mitarbeiter der Abteilung ohne Krisenmanagement werden sich schnell fragen, warum sie außen vor gelassen werden. Sie machen sich nicht nur mehr Sorgen und Stress als andere Mitarbeiter, sie können sogar dazu beitragen, dass die Krise insgesamt als viel schlimmer wahrgenommen wird.

Wer keine Informationen von seinem Vorgesetzten bekommt, macht sich eben selbst einen Reim. Das hat aber in den meisten Fällen nur wenig mit der Realität und der tatsächlichen Situation im Unternehmen zu tun. Bedeutet: Auch wenn du darum bemüht bist, wirklich gutes Krisenmanagement zu betreiben, kann der Schuss nach hinten losgehen. Es führt kein Weg daran vorbei, dass sich alle Führungskräfte des Unternehmens zusammensetzen und gemeinsam einen Fahrplan erarbeiten – an den sich dann auch alle halten. Ausnahmslos. 

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Krisenmanagement: Die ersten Schritte

Was aber, wenn nun wirklich ganz plötzlich eine Krise über dein Unternehmen hereinbricht und du so schnell wie möglich handeln musst? Dann können dir folgende Schritte dabei helfen, die Situation zu ordnen und einen ersten Überblick zu bekommen:

Was ist zu tun?

Zunächst einmal solltest du dich fragen, welche Dinge überhaupt in deinen Aufgabenbereich fallen. Bei einer echten Krise ist in der Regel nicht nur deine Abteilung, sondern gleich das gesamte Unternehmen betroffen. Dann ist es nicht zielführend, wenn du versuchst, gleich alle Probleme auf ein Mal zu lösen. Vielmehr solltest du wirklich nur die Dinge angehen, die dich und deine Mitarbeiter ganz akut betreffen.

Wo brennt es am meisten?

Wenn das soweit geklärt ist, geht es daran, die Notfallpatienten ausfindig zu machen. An welcher Stelle im Unternehmen gibt es aktuell die größten Probleme? Genau um diese Stellen im Unternehmen geht es in erster Linie, bevor du dich den weniger drängenden Aufgaben zuwendet.

Übrigens: Ein Tool, um die Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit einzuordnen, ist die Eisenhower-Matrix, die ich dir sehr ans Herz legen kann. 

Wie musst du vorgehen?

Der nächste Schritt ist die Dokumentation der Sofortmaßnahmen. Vielleicht fällt dir schon beim ersten Betrachten auf, was nun zu tun ist. Falls nicht, solltest du dir in jedem Fall notieren, wie du das Problem wahrnimmst und wo du die größten Herausforderungen siehst. Unter Umständen fällt dir später – wenn du dir deine Unterlagen dazu noch einmal anschaust – ein praktikable Lösung dazu ein.

Welche Art der Planung?

Notizen zu deinen ersten Eindrücken zu machen, ist noch aus einem anderen Grund sinnvoll: Sie liefern dir im nächsten Schritt Hinweise darauf, welche Strategien sich für welche Probleme besonders gut eignen.

Einige Dinge lassen sich eben nicht im Sprint klären. Dann ist es wichtig, eine gut funktionierende, langfristige Strategie für dein Krisenmanagement auszuwählen. Andere Herausforderungen dagegen lassen sich mit einem kurzen Telefonat sofort aus der Welt schaffen. 

Krisenmanagement Tipps

Erfolgreiche Krisenmanager: Das musst du mitbringen

Neben den Strukturen im Unternehmen gibt es auch einige Dinge, die du selbst mitbringen musst, um die Chancen auf ein gelungenes Krisenmanagement zu erhöhen. Die gute Nachricht: Diese Fähigkeiten und Eigenschaften kannst du auch trainieren und weiter ausbauen. Wichtig ist eben nur, dass du dir darüber im Klaren bist, dass sie zentraler Teil eines funktionierenden Krisenmanagements sind.

  1. Stressresistenz: Keine Frage, wenn Arbeitsplätze oder gar der Fortbestand der kompletten Firma auf dem Spiel stehen, ist der Druck groß. Du solltest also lernen, mit großen Druck umgehen zu können. Denn du musst der sichere Hafen für deine Mitarbeiter in der Krise sein. 
  2. Selbstbewusstsein: In einer akut bedrohlichen Krise geht es darum, dass du schnell Entscheidungen triffst. Das bedeutet aber auch, dass du diese Entscheidungen im Nachhinein nicht hinterfragen darfst. Sondern sie selbstbewusst vor deinen Mitarbeitern und den übrigen Führungskräften vertrittst. Das hat nämlich einen nicht zu unterschätzenden Effekt: Wenn andere sehen, dass du an die Maßnahmen glaubst, werden auch sie eher bereit sein, ebenfalls daran zu glauben. Und das ist der erste Schritt eines gelungenen Krisenmanagements.
  3. Organisationstalent: Kommt es im Unternehmen zu einer Krise, gibt es in der Regel mehr als nur eine Baustelle. Wichtig ist daher in erster Linie, den Durchblick zu behalten. Verschiedene Methoden wie beispielsweise das Pareto-Prinzip können dir einen Weg zeigen, dein Krisenmanagement mit mehr Effizienz zu steuern. 
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