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Wertschätzung: So sprichst du deinen Mitarbeitern Anerkennung aus

Führungskräfte können Mitarbeiter auf verschiedene Arten motivieren. Eine einfache und zugleich effektive, ist es, Wertschätzung zu zeigen. Denn Wertschätzung ist mehr, als ein schnell dahin gesagtes Lob für eine gemeisterte Aufgabe. Und gerade weil sie viel mehr ist als ein klassisches Lob, kann sie auch mehr leisten. Was das konkret sein kann und wie du ein Klima für mehr Wertschätzung und Anerkennung in deinem Unternehmen oder deiner Abteilung schaffen kannst, verrate ich dir hier…

Wertschätzung: Warum sie so wichtig ist

Keine Frage, der Begriff Wertschätzung wird in letzter Zeit fast inflationär verwendet. Das sollte aber unter keinen Umständen dazu führen, dass du der Idee dahinter nicht den nötigen Stellenwert einräumst, den sie hat. Denn Wertschätzung im täglichen Umgang miteinander – und damit sind nicht nur berufliche Zusammenhänge gemeint – kann man gar nicht überschätzen.

Dabei hat gerade im beruflichen Umfeld fehlende Wertschätzung schlimme Auswirkungen. Die sogar soweit führen, dass die gesamte Abteilung und schließlich das Unternehmen als ganzes weniger erfolgreich sein wird.

Denn Wertschätzung hängt mit ganz zentralen Eigenschaften von Mitarbeitern zusammen: Wer sich als Person und seine Arbeit wertgeschätzt fühlt, kann motivierter zur Tat schreiten. Obwohl Motivation und gesteigerte Produktivität der Mitarbeiter nicht zu unterschätzen sind, kann gezielt eingesetzte Wertschätzung noch mehr.

Untersuchungen zeigen, dass Mitarbeiter, die sich wertgeschätzt fühlen, unter weniger Stress leiden und sich daher auch weniger krank melden. Das ist gleich doppelt erfreulich. Denn weniger Stress für die Mitarbeiter bedeutet auch, dass sie die Arbeit mit mehr Freude und Motivation (wie denken an oben) angehen und gleichzeitig weniger Fehler machen.

Wertschätzung Zitat

Das leistet Wertschätzung

Wertschätzung kann tatsächlich eine ganze Reihe positiver Dinge bei deinen Mitarbeitern hervorrufen. Folgende Übersicht fasst die Vorteile von klug eingesetzter Wertschätzung und Anerkennung zusammen:

Vorteile der Wertschätzung für Mitarbeiter:

  • Beschäftigte arbeiten motivierter und produktiver
  • Im Unternehmen etabliert sich eine verbesserte Kommunikation
  • Bessere Zusammenarbeit untereinander führt zu einem verbesserten Arbeitsklima
  • Die Mitarbeiter fühlen sich dem Unternehmen eher verpflichtet
  • Anerkennung der Leistungen fördert die Loyalität zum Unternehmen
  • Die Bindung der Mitarbeiter ans Unternehmen wird gestärkt
  • Die Personalfluktuation wird gesenkt
  • Mitarbeiter fallen weniger häufig wegen Krankheit aus

Vorteile der Wertschätzung für die Gesundheit der Mitarbeiter:

  • Weniger stressbedingte Erkrankungen wie Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder gar Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Psychische Belastungen werden reduziert
  • Mitarbeiter können mehr Vertrauen zu Vorgesetzten aufbauen, woraus sich eine entspannende Wirkung ergibt

Fehlende Wertschätzung kann ernste Folgen haben

Fehlt dagegen die Wertschätzung, kann das ernste Folgen für die Gesundheit der Beschäftigten haben: Mangelnde Wertschätzung ist ein Grund dafür, dass Mitarbeiter ein Burn-out entwickeln oder sogar Depressionen bekommen. Dabei denkt man zunächst vielleicht, dass Burn-out und/oder Depression die eher krassen Fälle sind und mangelnde Anerkennung wohl kaum derartige Folgen hat.

Das ist aber leider komplett falsch: Nach Angaben der Krankenkasse BKK sind Burn-out und Depression mittlerweile genauso häufig ein Grund für eine Krankschreibung wie eine Erkältungserkrankung. Von einer Ausnahmeerscheinung kann man bei Burn-out also kaum noch sprechen.

Von den gesundheitlichen Folgen, die ohne Frage schon schlimm genug sind, einmal abgesehen, macht mangelnde Anerkennung aber noch mehr mit den Angestellten: Sie verlieren die Lust, weiterhin zur Arbeit zu erscheinen, schleppen sich durch den Tag, machen mehr Fehler bei der Arbeit und überlegen sich schließlich, zu kündigen.

Vor allem jüngere Mitarbeiter zögern dabei nicht lange, sich einen neuen Arbeitgeber zu suchen, wenn sie mit dem aktuellen derart unzufrieden sind. Wenn man dabei bedenkt, dass gerade junge, gut ausgebildete Mitarbeiter händeringend gesucht werden, dürfte das keine gute Entwicklung für das Unternehmen sein.

So können Führungskräfte Wertschätzung zeigen

Wir haben also gesehen, dass Wertschätzung ein essentieller Faktor ist, wenn sich Mitarbeiter mit vollem Einsatz für das Unternehmen einbringen sollen. Genau das ist wiederum die Voraussetzung dafür, dass das Unternehmen auf lange Sicht erfolgreich sein kann.

Dabei hängt Wertschätzung ganz zentral mit der Führungsperson zusammen. Anders ausgedrückt: Du als Führungskraft bist in der Pflicht, deinen Mitarbeitern Wertschätzung und Anerkennung zum Ausdruck zu bringen. Aber wie gelingt das?

Zunächst einmal solltest du die zwei größten Fehler vermeiden:

  1. „Nicht geschimpft, ist schon genug gelobt.“: Falsch, ganz falsch. Diesen Glaubenssatz solltest du sofort aus deinem Kopf streichen. Es stimmt eben nicht, dass Menschen es als Lob oder Anerkennung empfinden, wenn sie nicht kritisiert werden. Vielmehr ist es so, dass sie nicht wissen, ob sie ihre Arbeit gut gemacht haben oder nicht. Die Rückmeldung fehlt ja.
  2. Wertschätzung ist zu großer Aufwand: Auch das ist Quatsch. Um deinen Mitmenschen Wertschätzung zu zeigen, musst du keinen großen Aufriss machen. Die Einstellung macht hier den Unterschied. Wenn du gespannt zuhörst, ein wohlwollendes Lächeln auf Lager hast und hin und wieder mit einer Rückfrage Interesse an der Arbeit deines Mitarbeiters zeigst, sind das schon erste Schritte auf dem richtigen Weg. Denn Wertschätzung kannst du mit vielen, kleinen Gesten ausdrücken. Du musst nur darauf achten.

Wertschätzung zeigen

3 unschlagbare Tipps, um Wertschätzung zu zeigen

So, nun ist also klar, was du auf keinen Fall machen solltest, wenn du deinen Mitarbeitern Wertschätzung zeigen möchtest. Stellt sich natürlich die Frage, wie du das Unterfangen am besten angehen kannst. Probier doch einfach folgende Tipps aus:

Affirmationen nutzen

Affirmationen gehören zu den Klassikern, wenn es darum geht, das Verhalten positiv zu verstärken. Übrigens gilt das nicht nur für das Verhalten anderer. Auch unser eigenes Verhalten können wir durch diese positiven Glaubenssätze in die gewünschte Richtung lenken. In diesem Sinne können Affirmationen mit Mantra verglichen werden. Es sind positiv formulierte Sätze, die wir immer und immer wieder wiederholen. Das Ziel: Unsere eigenen Glaubenssätze und Gedanken sollen so umprogrammiert werden. Affirmationen lassen sich also perfekt dazu nutzen, auch Mitarbeiter eine andere Einstellung zu sich, ihren Fähigkeiten und ihrer Arbeit zu vermitteln. Such dir dazu positive Eigenschaften oder gelungene Arbeitsaufträge aus und sag es deinem Mitarbeiter ganz direkt. Beispiel: Herr Mustermann, ich finde es klasse, wie Sie die Präsentationen wieder gemeistert haben. Sie haben wieder gezeigt, dass Sie ein Gespür für die wichtigen Zusammenhänge haben.“ Wichtig bei den Affirmationen ist jedoch, dass du sie tatsächlich beobachtet hast und dass dein Mitarbeiter etwas damit anfangen kann. Wenn du nichts sagende 0815-Äußerungen als Affirmationen nutzt, verpufft der Effekt. Unter Umständen fühlt dich der Mitarbeiter sogar veräppelt.

Achte also darauf, dass die Affirmationen individuell formuliert sind und genau auf den Mitarbeiter passen. Auch dadurch zeigst du übrigens Wertschätzung. Denn du nimmst dir Zeit, die Leistungen des Mitarbeiters zu betrachten und mit einem konstruktiven Feedback zu bewerten.

Zeit nehmen

Es klang gerade schon an: Mitarbeiter fühlen sich wertgeschätzt, wenn sie merken, dass du dir Zeit für sie nimmst. Das klingt vielleicht nach einer Plattitüde, ist es aber leider nicht. Denn viele Mitarbeiter beklagen sich darüber, dass sie keine echte Rückmeldung oder konstruktive Kritik erfahren.

Das ein Mal alle zwölf Monate stattfindende Jahresgespräch reicht in der Regel nicht aus, um dem Mitarbeiter die nötige Wertschätzung zu zeigen. Versuch doch stattdessen, feste Termine einzuplanen, in denen du den Mitarbeiter zu Wort kommen lässt. Das können auch ganz kurze – aber bewusste – Treffen in der Kaffeeküche sein. Solange der Mitarbeiter das Gefühl hat, seine eigenen Gedanken ausdrücken zu dürfen, ist schon viel geholfen. Optimal läuft das Gespräch, wenn du sogar einen Rat hast, wie ein aktuelles Problem gelöst werden kann.

Vertrauen zeigen

Auch dieser Punkt stammt aus der psychologischen Trickkiste und hängt mit Affirmationen und der selbsterfüllenden Prophezeiung zusammen. Bekannt ist das Phänomen auch unter dem Namen Rosenthal-Effekt, benannt nach dem Entdeckter Robert Rosenthal.

Der Effekt ist so einfach wie verblüffend: Bei einem Experiment hat Rosenthal Lehrern erzählt, dass sie im nächsten Schuljahr eine ganz besondere Klasse übernehmen dürften: Die intelligentesten und besten Schüler der gesamten Schule. Jedoch war das gar nicht so. Die Schüler waren wahllos zusammengewürfelt – was die Lehrer allerdings nicht wussten.

Das Ergebnis am Ende des Schuljahres war trotzdem eindeutig: Die Schüler zeigten tatsächlich durchweg bessere Noten und selbst der IQ hatte sich nachweislich verbessert. Was lernen wir daraus? Die Einstellung macht’s.

Genau das kannst du für dein Team nutzen. Zeig deinen Mitarbeitern, dass du ihnen vertraust und dich auf sie verlässt. Dazu gehört eben auch, Micromanagement sein zu lassen. Wenn du deinen Mitarbeitern Aufgaben überträgst, dann musst du das voll und ganz tun. Nur so werden sie erfahren, dass du keinen Zweifel an ihren Fähigkeiten und Kenntnissen hast. Im Gegenteil, sie werden denken, dass sie auch anspruchsvolle Aufgaben erledigen können. Und wohin das führen kann, haben wir bei den oben erwähnten Schülern gesehen.

Wertschätzung durch Strukturen im Unternehmen

Wenn du nun nicht der Fan von psychologischen Tricks und Kniffen bist oder die erst einmal langsam und vorsichtig ausprobieren möchtest, gibt es für dich noch eine andere Option: Es ist nämlich durchaus auch möglich, Wertschätzung durch strukturelle Veränderungen auszudrücken:

  1. Befragungen: Wertschätzung bedeutet auch, dass du dich für die Meinung deines Gegenübers interessierst. Um herauszufinden, was Mitarbeiter denken und wo sie Verbesserungsbedarf sehen, bieten sich die klassischen Mitarbeiterbefragungen an.
  2. Workshops: Wenn du eine große Anzahl an Mitarbeitern hast, ist es vielleicht schwierig, auf alle Mitarbeiter gleichermaßen einzugehen. In diesem Fall könnten Workshops oder ähnliche Veranstaltungen die richtige Option sein. In diesem Rahmen können alle Mitarbeiter zusammenkommen und gemeinsam mit der Führungskraft Maßnahmen erarbeiten und evaluieren.
  3. Weiterentwicklung: Auch die interne Karriere gehört zur Wertschätzung dazu. Wenn Mitarbeiter die Möglichkeit haben, sich durch gute Leistung intern zu verbessern, werden sie das anerkennen. Das führt wiederum dazu, dass sie motivierter und produktiver bei der Sache sind.
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