Kündigungsfrist Arbeitgeber – Das musst du wissen!

Beitrag
teilen
Share on facebook
Share on linkedin
Share on xing
Share on twitter
Kündigungsfrist Arbeitgeber

Manchmal kommt es einfach an die Zeit, dass ein Arbeitgeber sich von einem Arbeitnehmer trennen möchte – die Gründe dafür können zahlreich sein! Trotzdem müssen Arbeitgeber grundlegende Gesetze im Arbeitsrecht beachten, da nicht jeder Arbeitnehmer einfach „gekündigt werden darf.“

Dabei spielt es keine Rolle, ob es persönliche Gründe oder betriebswirtschaftliche Gründe sind, denn grundlegend besteht für den Arbeitnehmer immer eine Schutzposition. In diesem Ratgeber erfährst du was zu beachten ist, wenn du einen Mitarbeiter verabschieden möchtest und welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen. So steht das Thema “Kündigungsfrist Arbeitgeber” dem Erfolg deines Unternehmens nicht im Wege!

KÜNDIGUNGSFRIST ARBEITGEBER – EIN BLICK IN DAS ARBEITSRECHT

Der Arbeitgeber hat zwar das Recht der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit, also das Recht, dass Unternehmen neu zu strukturieren und neu zu gestalten, dies muss aber auch gleichzeitig Verträge sowie die Interessen der Arbeitnehmer wahren und schützen – hier kommt das Arbeitsrecht ins Spiel! Demnach besagt das Arbeitsrecht zum Beispiel, dass eine Umstrukturierung kein ausreichender Grund für eine Kündigung ist.

Generell gehen Arbeitgeber oft nach demselben Prinzip vor: Wer kam zuletzt, welche Verträge laufen als Nächstes aus und wo sind Defizite in der Arbeit?

Meist reicht ein Blick in den Arbeitsvertrag, um vertraglich festgelegte Gründe zu ermitteln. Dabei sollten es sich aber um ordentliche Kündigungen handeln, da du sonst mit rechtlichen Konsequenzen rechnen musst.

Keine Sorge, ich stelle dir hier die verschiedenen Arten der ordentlichen Kündigung und den passenden Kündigungsfristen vor!

Kündigungsfrist Arbeitgeber – Nutze die ordentliche Kündigung!

Einen Angestellten zu kündigen bringt viele Hürden mit sich, da es sich dabei um eine ordentliche Kündigung handeln muss. Dies gilt, nur wenn ein Arbeitsvertrag nicht in naher Zukunft ausläuft, ansonsten ist es einfacher den Vertrag nicht zu verlängern. Arbeitnehmer sind durch das Bundesgesetzbuch § 622 BGB geschützt, in dem verankert ist, dass eine gesetzliche Kündigungsfrist von 4 Wochen besteht. Je nachdem, wie lange der Angestellte im Betrieb tätig war, kann diese Kündigungsfrist auch 3 Monate betragen, in denen der weiterhin im Arbeitsverhältnis ist und demnach monatlichen Lohn erhält.

Beispiel für eine rechtswidrige Kündigung:

So ist es nicht erlaubt, einen Arbeitnehmer zu kündigen, wenn seine Arbeit beispielsweise durch eine kostengünstigere Maschine ersetzt wurde. In diesem Fall geht der Arbeitgeber das Risiko einer Klage ein.

Das Arbeitsrecht erlaubt 3 Arten der ordentlichen Kündigung:

  • Die verhaltensbedingte Kündigung
  • Die personenbedingte Kündigung
  • Die betriebsbedingte Kündigung
 

In allen drei Fällen muss der Arbeitgeber diese Kündigungen rechtfertigen. Da Arbeitnehmer einen Kündigungsschutz genießen, sollten Kündigungen entsprechend begründet sein. Arbeitnehmer können, bei nicht ausreichend begründeten Kündigungen, auf Wiedereinstellung oder auf Abfindung klagen. Dies wirkt sich wiederum auf das Unternehmen aus, da hier mit erheblichen Kosten gerechnet werden muss.

Kündigungsfrist Arbeitgeber

Verhaltensbedingte Kündigung

Wird der Arbeitnehmer beleidigend, ausfallend oder schadet dem Geschäft, darf der Arbeitgeber diese Person vorab abmahnen. Dies ist zwar nicht verpflichtend, doch kann es bei einem Rechtsstreit zu den Gunsten des Arbeitgebers ausgelegt werden. Das liegt daran, da der Arbeitnehmer bereits auf sein Fehlverhalten aufmerksam gemacht wurde. Wenn der Arbeitnehmer fahrlässig und willentlich gegen den Arbeitsvertrag verstößt, kann diese Kündigung ausgesprochen werden.

 

Beispiel:

Ein Unternehmen besitzt einen Tresor, der vertraglich grundsätzlich geschlossen bleiben muss, wenn er nicht aktiv genutzt wird, um das Geld der Firma zu schützen.

Der Mitarbeiter, der dies seit seiner Einstellung weiß, lässt den Tresor, für einen Moment offen, weil er sich kurz Zeit für einen Kunden nimmt. Der Arbeitnehmer hat sich aber vertraglich verpflichtet, genau dies nicht zu tun. In diesem Beispiel hat der Arbeitnehmer grob fahrlässig und bewusst falsch gehandelt.

Weitere Gründe für eine verhaltensbedingte Kündigung:

  • Arbeitszeitbetrug
  • Arbeitsverweigerung
  • Krankfeiern
  • Verstöße gegen die Betriebsordnung
  • Beleidigung/Mobbing
  • Sexuelle Belästigung
  • Untreue gegenüber dem Arbeitgeber
  • Diebstahl

 

Bis auf Diebstahl, Arbeitszeitbetrug sowie sexuelle Belästigung sollten Arbeitgeber immer vorher eine Abmahnung aussprechen. Die Ausnahmen zählen zu den Straftaten und können zudem direkt zu einer fristlosen, sofortigen Kündigung führen.

Ebenso kann ein Arbeitnehmer durch nicht tragbares Verhalten, sogar fristlos, gekündigt werden. Dies ist der Fall, wenn der Arbeitnehmer, zum Beispiel, gegenüber Kollegen oder Vorgesetzten, beleidigend wird oder das Verhältnis und Grundvertrauen zum Arbeitnehmer leidet.

Personenbedingte Kündigung

Die personenbedingte Kündigung ist zugleich auch die Schwierigste: denn hierbei werden Arbeitnehmer/innen aufgrund seiner/ihrer Fähigkeiten oder persönlichen Eigenschaften gekündigt. Oder wenn er/sie nicht mehr in der Lage ist, den Vertrag zu erfüllen.

Hier dürfen aber, rechtlich, keine Bezüge zu Religion, Politik, Hautfarbe oder der persönlichen Meinung genutzt werden, da der Arbeitnehmer dagegen, erfolgreich, klagen kann.

Beispiel:

Eine krankheitsbedingte Kündigung, wenn der Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen die Arbeit nicht angemessen fortsetzten kann. Nehmen wir an: Ein Arbeitnehmer arbeitet seit 20 Jahren auf einer Baustelle und erleidet einen Bandscheibenvorfall. Durch diese Langzeiterkrankung wird er, mit hoher Wahrscheinlichkeit, nicht mehr in der Lage sein, seine Arbeit fachgerecht nachzukommen.

Weitere Gründe für eine personenbezogene Kündigung:

  • Arbeitsverhinderung durch Haft 
  • Fehlende Arbeitserlaubnis

Hinweis: Eine schlechte Arbeitsleistung ist kein Kündigungsgrund und darf somit nicht gekündigt werden. Es sei denn, der Arbeitgeber kann nachweisen, dass der Angestellte in Zukunft keine Besserung zeigen wird.

Kündigungsfrist Arbeitgeber

BETRIEBSBEDINGTE KÜNDIGUNG

Zu den betriebsbedingten Kündigungen gehören viele Möglichkeiten, doch beispielsweise keine Umstrukturierung des Unternehmens. Der Arbeitgeber muss diesbezüglich immer vorher prüfen, ob eine alternative Unterbringung für den Arbeitnehmer möglich ist, sodass diese Personalposition nur verschoben und nicht abgebaut wird.

 

Auch die Kündigung aus betriebswirtschaftlichen Gründen muss vom Arbeitgeber nicht nur geprüft, sondern muss diese auch gegebenenfalls nachweisen werden. Der Arbeitgeber muss dabei immer eine ordentliche Wahl treffen und die soziale Schutzbedürftigkeit unter den Arbeitnehmern beachten.

 

Beispiel:

Stellt ein Arbeitgeber fest, dass bestimmte Angestellte auf dem zukünftigen Arbeitsmarkt weniger gute Chancen besitzen und Existenzen grundlegend bedroht sind, dürfen diese Arbeitnehmer nicht direkt eine Kündigung erhalten. Dies trifft speziell Arbeitnehmer, die bereits seit 40 Jahren in einem Betrieb arbeiten und möglicherweise keinen Arbeitsplatz mehr finden.

 

Daher wird auch oft das Muster genutzt, dass die Personen, die zuletzt eingestellt wurde, zugleich auch die Ersten sind, die wieder gehen müssen. Gleiches gilt für diejenigen, die in der Wirtschaft weiterhin gut Fuß fassen können.

DIE AUSWAHL BEI DER SOZIALAUSWAHL UNTERLIEGT 4 KRITERIEN:

  • Dauer der Zugehörigkeit im Betrieb
  • Alter
  • Finanzielle Pflichten wie z. B. Unterhaltspflichten
  • Schwerbehinderung

DABEI KANN DER ARBEITGEBER NOCH ZUSÄTZLICHE KRITERIEN AUFNEHMEN, UM EINE BETRIEBLICHE KÜNDIGUNG ABZUWÄGEN:

  • Pflegebedürftigkeit in der Familie
  • Besondere Lasten aus Unterhaltsverpflichtungen
  • Besondere Behinderung welche einer Arbeitsvermittlung entgegensteht
  • Gesundheitszustand
  • Andere Härtefälle im Einzelnen
  • Alleinverdiener oder Mehrverdiener
Video abspielen

Kündigungsfrist Arbeitgeber – Rechtliche Absicherung und Zusatzkosten

Generell sollte immer das Gespräch mit dem zu kündigenden Arbeitnehmer gesucht werden, um eine einvernehmliche Kündigung zu erzielen. Dabei müssen sich Arbeitgeber nicht in die Karten schauen lassen, sondern sollten die möglichen Gegenangebote der Arbeitnehmer berücksichtigen.

Jede Kündigung, die außerhalb einer rechtlich sicheren Begründung liegt, kann immer zu einem Rechtsstreit führen, die dem Arbeitgeber wirtschaftlich schaden können. Im Falle einer Klage auf Wiedereinstellung ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, seinen Mitarbeiter einen neuen Vertrag anzubieten.

Was passiert, wenn das Kündigungsschutzgesetz in Kraft tritt?

Besitzt ein Unternehmen mehr als 10 Mitarbeiter oder ist der Arbeitnehmer länger als 6 Monate im Betrieb, so greift das Kündigungsschutzgesetz. Dadurch genießen Arbeitnehmer einen besonderen Schutz gegen Kündigungen und es werden bestimmte Fristen auferlegt.

Aus der Not heraus bieten Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag an. Dieser muss beidseitig unterschrieben und von beiden Parteien akzeptiert werden. Im Falle von unüberbrückbaren Differenzen wäre dies ein möglicher Lösungsweg. Dadurch wird das Arbeitsverhältnis, in der Regel, fristlos beendet, ohne rechtliche Konsequenzen zu befürchten.

Aber auch hier kann der Arbeitnehmer Verhandlungen ansetzen, eine höhere Abfindung aushandeln oder Boni einfordern. Der Vorteil des Arbeitgebers besteht in erster Linie darin, dass er Kündigungsfristen von teilweise 7 Monaten (bei 20 Jahren Betriebszugehörigkeit) nicht einhalten muss und nicht über diesen Zeitraum in der Zahlungspflicht steht. 

Durch diese Art der „Kündigung“ mit einem gewissen finanziellen Anreiz, der für Arbeitgeber oft geringer ausfällt als weitere monatliche Zahlungen, wird der Arbeitnehmer in eine freiwillige Kündigung gesetzt.

Kündigungsfrist Arbeitgeber – Vorsicht ist besser als Nachsicht

Du planst in deinem Unternehmen eine Umstrukturierung oder bist mit der Leistung von so manchen Arbeitnehmern nicht zufrieden und möchtest diese nun gehen lassen? Dann achte nicht nur auf das Thema “Kündigungsfrist Arbeitgeber”, sondern vor allem auf den Ablauf einer ordentlichen Kündigung.

Grundsätzlich steht nichts dagegen, Mitarbeiter aufgrund von Umstrukturierungen zu kündigen, sofern es für den Arbeitgeber keine Möglichkeiten gibt, den Mitarbeiter weiterhin, in eine andere Position oder auf einer anderen Ebene zu beschäftigen. Allerdings müssen Arbeitgeber sich auch über mögliche, rechtliche Konsequenzen bewusst sein. 

Besonders wenn viele hundert Mitarbeiter betroffen sind, sollten Arbeitgeber abwiegen, welchen, vorsichtigen Weg, sie eingehen sollten, da dies oft mit Medienrummel verbunden sein kann, welches der Firma schaden könnte.

Beispiele aus der Praxis zeigen, was passieren kann, wenn die ordentliche Kündigung nicht eingehalten wird. Wie im Falle der Opelwerke, die Schließung der Siemenswerke, sowie AirBerlin: sie führten zu massiven Protesten sowie Zusammenschlüsse von Anwälten, Gewerkschaften und Unternehmen. Dadurch verloren die Unternehmen einen hochgeachteten Ruf.

In der Zeit der Digitalisierung sollten Arbeitgeber daher vorsichtig und mit rechtlicher Beratung, spezialisiert auf das Arbeitsrecht, über Kündigungen sprechen, da die eigentlich geplanten Maßnahmen, im schlimmsten Fall, Millionen oder Milliarden Euro kosten könnten und sich wirtschaftlich nicht rentieren.

Kündigungsfrist Arbeitgeber

Weitere Beiträge zum Thema

Kooperativer Führungsstil mit Teambildung und nachhaltigem Wachstum

Produktportfolio in der Digitalisierung

Just in Time im Vertrieb

Transformationale Führung: So steigerst Du Deine Unternehmer-Leistung

Mit der Scrum Methode dein Unternehmen unterstützen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Willst du mehr verkaufen?

Mein Name ist Dirk Kreuter, und ich helfe Unternehmern zu mehr Verkäufen. Stellt sich nur die Frage: “Deinem auch?”

Über Dirk Kreuter

Dirk Kreuter ist einer der einflussreichsten Vordenker zu den Themen Vertrieb, Verkauf und Akquise, sowohl online wie offline. Er hält schon seit 1990 begeisternde Vorträge und ist Autor von über 50 Büchern & Hörbüchern.

Willst du mehr verkaufen?

Mein Name ist Dirk Kreuter, und ich helfe Unternehmern zu mehr Verkäufen. Stellt sich nur die Frage: “Deinem auch?”

Willst du verkaufen lernen?

Erhalte jetzt regelmäßig wertvolle Tipps