Menü

Digitalisierung-Experte Alexander Müller: Start-Ups, Innovationen, Wandel, Digitalisierung

Beitrag
teilen
Share on facebook
Share on linkedin
Share on xing
Share on twitter
Alexander Müller, Geschäftsführer von GEDANKENtanken und Digitalisierungsexperte, im Interview über Innovationen, die sich in jeder Branche durchsetzen werden und warum Verkäufer sich mit der Digitalisierung befassen sollten.

Herzlich Willkommen, ein spannendes Interview erwartet dich mit Alexander Müller. Alexander ist Geschäftsführer von Gedanken Tanken, ist jemand, der schon viele Firmen gegründet hat, der dort extrem viel Erfahrung gesammelt hat. Er ist jemand, der mit mir zusammen in einer Online Marketing Mastermind ist. Wir sind beide dort Teilnehmer. Und wir arbeiten ab und an auch zusammen.

Start-Ups, Digitaler Wandel, Innovationen

Dirk: Ich freue mich sehr und es geht jetzt um das Thema Start-ups, es geht um das Thema digitaler Wandel. Aber lass uns erstmal mit deiner Person beginnen. Du hast das erste Mal gegründet mit sieben Jahren.

Mit sieben Jahren habe ich zu meinen Kumpels auf der Straße gesagt: Willst du in meine Bande? So war das damals. Und da hast du schon angefangen, Business zu machen. Erzähl mal, wie muss ich mir das vorstellen?

Alexander: Mit sieben habe ich gesagt: Willst du mein Auto mieten?

Dirk: Willst du mein Auto mieten?

Alexander: Es ist eine Anekdote, die ich gern erzähle, weil ich mich zum Thema Persönlichkeitsentwicklung versucht habe, mit mir auseinanderzusetzen: Wann habe ich das erste Mal so richtig eine Firma gegründet? Ich habe mit 20 eine Vollselbstständigkeit gehabt, da habe ich das erste Mal eine richtige Firma gegründet.

Habe vorher schon Nebengewerbe gehabt, habe Partys organisiert, ich glaube mit 15 Jahren die erste offizielle Party. Da durfte ich selbst nicht sein, weil die erst ab 16 war. Aber es ist nichts passiert. Ich habe versucht, zurückzudenken, ich habe schon Zeitungen ausgetragen und das erste, was mir so richtig bewusst hängen geblieben ist war tatsächlich mit sieben oder vielleicht acht Jahren.

Ich habe damals ein Auto geschenkt bekommen, in dem man mit vier Leuten drinsitzen konnte. Man durfte mit sechs km/h durch die Nachbarschaft fahren. Am Anfang ist das super spannend, für einen selbst auch. Die ganze Nachbarschaft findet das natürlich auch toll, die ganzen Kinder kommen zum Spielen. Und irgendwann wird es für einen selbst-, was man immer hat, wird langweilig.

Die Freunde wollten es trotzdem weiterhin ausleihen, sodass die Nachbarskinder oder irgendwann auch zwei, drei Straßen weiterkamen und ich habe das am Anfang kostenfrei gemacht, weil ich toll fand, dass die da Spaß dran haben.

Meine Mutter hat es mir irgendwann verboten, weil das kaputt zurückkam. Sowas verleiht man ja nicht. Das war damals so die Regel. Dann habe ich gesagt pass auf, ich vermiete das einfach, nehme da 50 Pfennig am Tag für und dann können wir davon die Reparaturen zahlen.

Ich habe eine Garage eingerichtet, da stand ein Schreibtisch, ich habe ein paar Aktenordner von meinem Vater drauf gestellt. Das war dann so richtig meine Firma. Wobei das nicht ganz aufgegangen ist das erste Geschäftsmodell. Die Reparaturkosten waren dann doch deutlich höher als die Mieteinnahmen.

Dirk: Okay, aber früh geprägt.

Alexander: Ja, irgendwie immer Ideen oder Potentiale im Kopf gehabt, wo man denkt, dass man was draus machen kann. Häufig hat es mich dazu verleitet, tatsächlich mit dieser Idee, mit diesem Impuls wirklich eine Firma zu gründen. Inzwischen waren es ein paar. Ein paar davon recht erfolgreich, das eine oder andere wird auch schnell eingestellt, wenn man merkt, dass das Potential, was man selbst erwartet hat nicht so hoch ist.

Dirk: Gut, aber das gehört dazu. Also wenn du siehst, dass es nicht läuft ziehst du die Reißleine. Auf zum Nächsten.

Alexander: Ja, genau.

Start-Ups sind etwas besonders

Dirk: Start-ups, die Krone der Schöpfung. Die Krönung der Schöpfung, die Krone der Schöpfung. Auf jeden Fall: Du sagst, dass Start-ups etwas extrem Besonderes sind. Erklär mal, was dahintersteckt?

Alexander: Ich glaube einfach, in einer immer schneller werdenden, sich schneller wandelnden Welt ist Agilität, Flexibilität und Schnelligkeit enorm wichtig, gerade im wirtschaftlichen Leben um auf die neuen Möglichkeiten, die da sind, aber auch die Risiken, die bestehende Geschäftsmodelle und Firmen haben, einzugehen.

Nicht umsonst entstehen immer mehr Start-ups. Nicht umsonst gibt es immer mehr Start-ups, die innerhalb von wenigen Tagen, Wochen, Monaten die Milliardenbewertung oder noch mehr erreichen. Ich glaube, dass man unglaublich viel von Start-ups lernen kann.

Jeder Unternehmer, jeder Vertriebler, jeder, der sich irgendwie im Wirtschaftsleben befindet und das ist nun mal fast jeder Mensch auf der Welt, sollte sich intensiv mit diesem Wandel auseinandersetzen. Und da kommt man ganz schnell an Start-ups nicht vorbei. Von denen kann man sich ganz viel abgucken.

Niemand wird vom digitalen Wandel verschont

Dirk: Okay. Warum bleibt keine Branche von diesem Wandel verschont? Also, es ist ja eine provokante Aussage. Es gibt Unternehmen, die seit Jahrhunderten im Markt sind. Aber wieso bleibt keiner davon verschont?

Alexander: Lass mich da so ein bisschen die größere Klammer setzen, um das zu vergegenwärtigen, zu verstehen, was eigentlich gerade passiert. Ich bin der festen Überzeugung, dass von nahezu jedem Unternehmen unterschätzt wird, was da gerade im Wandel ist. Dazu muss man ein bisschen die Menschheitsgeschichte oder das Thema Innovation analysieren.

Da gibt es tolle Literatur zu, wie sich der ganze Innovationswandel exponentiell entwickelt hat. Das heißt, die Stufe geht nicht linear nach oben, sondern sie geht exponentiell nach oben.

Du siehst es am Mooreschen Gesetz. Seit vielen Jahren wird alle zwei Jahre der Speicherplatz verdoppelt. Alle zwei Jahre sinken die Kosten um die Hälfte von beispielsweise Prozessorgeschwindigkeit und ähnlichen Dingen. Auch da sieht man eine exponentielle Kurve. Wenn man sieht, wie schnell heute Innovation, bahnbrechende Innovationen die Welt und die Märkte verändern und wir lange das früher gedauert hat.

Nehmen wir nur mal das Rad, als es erfunden wurde. Es hat ja Jahrhunderte gedauert, bis die Menschheit verstanden hat, dass es ein Rad gibt und Geschäftsmodelle entstanden sind oder Dinge für den Alltag verändert wurden.

Es hat Ewigkeiten gedauert, bis das Feuer sich wirklich über die ganze Welt verbreitet hat und man angefangen hat, damit sein Essen zu braten.

Die Industrialisierung, die Dampfmaschine, auch das hat noch relativ lange gedauert, bis es wirklich einen fundamentalen Impact hat. Häufig hat es Jahrhunderte oder Jahrzehnte gedauert.

Wenn man heute sieht, wie einzelnen Technologien wie Mobile und 3D Druck und das Internet, wie einzelne Web-Seiten, Apps innerhalb von wenigen Tagen, Monaten sich verbreiten und wirklich einen Impact haben.

Wenn man das aneinanderlegt, sind das alles exponentielle Kurven. Und wenn man Menschen fragt, wie sie die letzten zehn Jahre fanden, ob es schnell gegangen ist, ob es heftig gewesen ist, dann sagen alle: Wow, ja, das war ganz schön heftig, die letzten zehn Jahre. Davor die zehn Jahre auch.

Wenn man das aber an eine exponentielle Kurve legt, wird man sehr schnell merken, dass die letzten zehn Jahre ziemlich langsam waren zu dem, was die nächsten zehn Jahre passiert. Das heißt, ich habe letztens einen Satz gelesen, ich weiß gar nicht mehr, aus welchem Buch es war:

Der Wandel wird nie wieder so langsam sein wie heute.

Der hat gesessen der Satz für mich. Sich das zu vergegenwärtigen. Wenn man überlegt, für welche Herausforderungen wir uns täglich im Geschäftsleben aufgrund der ganzen Neuerungen wappnen müssen, wie sich unsere Kommunikation verändert, wie herausfordernd es ist.

Gedanken Tanken ist ein Start-up, wir sind knapp 20 Mitarbeiter und Freelancer. Wenn ich sehe, welche Herausforderung wir haben, immer auf dem neusten Stand der Technik zu sein. Wir benutzen viele moderne Tools im Vertrieb, in der Kommunikation untereinander, in Automatisierungsprozessen.

Was wir, ich halte uns für ein relativ agiles und schnelles Unternehmen, für eine Herausforderung haben, da mitzukommen und auch alle Mitarbeiter mitzunehmen, zu schulen, da möchte ich mich gar nicht in die Haut eines Konzernchefs begeben, was der für Herausforderungen hat.

Wenn diese Herausforderungen nie wieder so klein und langsam sein werden, hat man glaube ich einen Geschmack, was in Zukunft passieren wird.

Und wenn man sich das mal so ein bisschen vergegenwärtigt hat, dass dieser Wandel immer heftiger wird. Wenn man sich gewisse Branchen anschaut, die man dafürgehalten hat, dass sie nie grundlegend verändern werden-. Hätte man dir vor zehn Jahren gesagt, dass deine Frau Schuhe nur noch online kaufen wird, hätte man dich für bekloppt erklärt.

Wenn ich dir sage, dass man in zehn Jahren Lebensmittel nicht mehr im Supermarkt kaufen wird, sondern nach Hause geliefert bekommt oder die nächste Stufe: Warum liefern lassen, wenn ich sie im 3D-Drucker drucken kann per digitale Druckanleitung, die ich mir aus dem Internet laden kann. Dann wird man mich heute für bekloppt halten.

Vielleicht zu Recht, vielleicht aber auch nicht zu Recht. Wer weiß, was da die nächsten zehn Jahre passieren wird. Jeder muss sich damit beschäftigen, umso früher, umso besser.

Dirk: Ja. Auf meinem Nachhauseweg muss ich oft an einer roten Ampel stehen bleiben. Direkt neben der Ampel ist ein Videoverleih, keine Videothek. Und jedes Mal, wenn ich an dieser Ampel stehe, denke ich: Wer führt dieses Geschäft? Das ist so durch, das Thema. Meine Phasen waren ja Videothek, dann kam Love Film, ich habe mir die DVDs schicken lassen. Und dann kommt jetzt sowas wie Streaming, Netflix und Co. Da sieht man das sehr schön in der Branche.

Du siehst es im Vertrieb. Früher standen Außendienstler im Supermarkt mit einem Klemmbrett am Regal und haben die Warenbestände aufgeschrieben. Heute wird es über den Scanner gezogen und gleichzeitig geht der Meldebestand an den Hersteller oder den Händler.

Worauf muss sich der Vertrieb künftig einstellen?

Ja, was wird uns im Vertrieb erwarten aus deiner Sicht, wo sich jeder Vertriebler ich sage nicht warm anziehen muss sondern wo er sich drauf einstellen sollte. Was wird sich verändern?

Alexander: Ja. Noch ganz kurzes ergänzendes Beispiel, das sieht man aktuell im Versicherungsvertrieb: Der Vertrieb wandelt sich dort schon viele Jahre. Check24 ist wahrscheinlich heute der größte Enabler, um Versicherungen zu vertreiben, der Makler wird häufig schon umgangen.

Aber es gibt noch große Maklerbestände, es gibt noch viele Versicherungsvertriebler draußen. Da kommen die ersten Start-ups, die damit werben, dass du in einer App alle Versicherungen managen kannst. So etwas wie Get Safe, so etwas wie Kipp. Und die Leute glauben, dass sie im ersten Moment nur ihre Versicherungen dort managen können, darüber die Kommunikation bei Schadenfällen machen.

Was die eigentlich machen, man kann das sehr schön bei Vorträgen zeigen, ist, man macht zwei, drei Schritte in der App, man gibt seinen Namen und seine Handynummer einen, muss einmal was unterschreiben und in dem Moment hat man unterschrieben, für alle seine Versicherungen, die man vorher ausgewählt hat, einen Maklervertrag abzugeben.

Das heißt, innerhalb von einer Minute werden alle Maklerbestände, die ich vorher bei meinen ganzen Versicherungsvertretern, mit denen ich zusammenarbeite, in diese App rübergezogen. Das heißt, da sieht man mal, was man für zerstörerische Vertriebsansätze haben kann. Wo vorher keiner damit gerechnet hat, dass solche Apps plötzlich den Markt aufräumen.

Und das wird in allen Bereichen passieren. Der Handwerker, einer der Bastionen noch, wo man sagen kann naja, wenn der Mann zuhause einen Handwerker ruft, macht er das noch nicht über digitale Plattformen, über myhammer. Auch wenn die Plattformen natürlich wachsen.

Aber irgendwann wird es den Umbruch geben, wo es mehr Sinn macht, über Plattformen zu gehen, wo auch der letzte Handwerker oder zumindest die, die vorne dabei sind, ihren Vertrieb auch lokal digital managen. Das heißt, es wird keine Branche geben, wo Vertrieb nicht digitalisiert wird oder zumindest ein Teil davon digitalisiert wird.

Das heißt, es gibt so ein paar Kompetenzen, die man einfach aus meiner Sicht in einem Unternehmen braucht, Man kann sich von Dienstleistern und Spezialisten im Bereich Vertrieb und Digitalisierung Expertise einkaufen. Aber gewisse Dinge muss man einfach in-house zumindest verstanden haben.

Das ist zum einen das Thema wie komme ich digital an Kunden ran. Welche Plattformen gibt es, wie funktionieren sie? Wie kriege ich beispielsweise meine gewonnenen Kunden und Kontakte in mein CRM System. Das heißt, wie kann ich diese ganze digitale Kette im Vertriebsprozess beherrschen?

Und da muss ich einfach Leute im Unternehmen haben, das sind häufig natürlich auch jüngere Leute, die mit dem Smartphone großgezogen wurde, die sich schneller auf neue Dinge einschalten können, die oft ganz intuitiv Dinge kennen lernen, wo ich inzwischen mit meinen gerade Anfang 30 merke, dass ein Mitarbeiter, der zehn Jahre jünger ist, einfach wieder drei Schritte weiter ist als ich.

Solche Menschen muss man sich ins Unternehmen holen. Ich bin fest davon überzeugt, dass man das Thema Flexibilität, am Puls der Zeit sein, digitale Trends früh erkennen und einfach den Markt zu beobachten einfach im Blick haben muss.

Dirk: Was ich insbesondere im Vertrieb sehe ist, dass Trennen von der Lead Generierung vom eigentlichen Verkaufsprozess.

Also, vielleicht ein kleiner Werbeblock. Es gibt einmal im Jahr ein Seminar, das nennt sich Akquisemaschine. Das macht der Bestseller Verlag und da sind acht Referenten dabei. Das geht über drei Tage und da geht es nur darum, wie koppelst du die Starteinheit der ausführenden Einheit ab.

Starteinheit heißt wie generierst du qualifizierte Leads, wo der Kunde wirklich weiß, was ihn erwartet und der Verkäufer muss nur noch anrufen. Der Verkäufer muss nur noch hinfahren und muss das Ding geschickt eintüten. Also, das ist ein Seminartipp, Akquisemaschine, drei Tage, alle Informationen findest du über den Link auf der Website.

Weitere Beiträge zum Thema

„Show up“ | Viel Geschäft ergibt sich durch Zufall

Die richtigen Mitarbeiter finden: Im Bewerbungsgespräch Hunter und Farmer unterscheiden

Die richtigen Mitarbeiter finden: sind Praktikanten auch A-Mitarbeiter?

Digitalisierung-Experte Alexander Müller: Start-Ups, Innovationen, Wandel, Digitalisierung

Digitalisierungsexperte Alexander Müller: Was kann man von StartUps lernen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Willst du mehr verkaufen?

Mein Name ist Dirk Kreuter, und ich helfe Unternehmern zu mehr Verkäufen. Stellt sich nur die Frage: „Deinem auch?“

Über Dirk Kreuter

Dirk Kreuter ist einer der einflussreichsten Vordenker zu den Themen Vertrieb, Verkauf und Akquise, sowohl online wie offline. Er hält schon seit 1990 begeisternde Vorträge und ist Autor von über 50 Büchern & Hörbüchern.

Willst du mehr verkaufen?

Mein Name ist Dirk Kreuter, und ich helfe Unternehmern zu mehr Verkäufen. Stellt sich nur die Frage: „Deinem auch?“

Willst du verkaufen lernen?

Erhalte jetzt regelmäßig wertvolle Tipps