Resilienz lernen: So prallen Krisen von dir ab

Beitrag
teilen
Share on facebook
Share on linkedin
Share on xing
Share on twitter
Beitragsbild Resilienz

Resilienz lernen: So prallen Krisen von dir ab

Vor allem als Selbstständiger oder Führungskraft kann der Arbeitstag ganz schön anstrengend sein und nicht selten gehörig an den Nerven zerren. Die gute Nachricht: Das geht auch deinen Kollegen und Konkurrenten so. Doch etwas ganz Interessantes zeigt sich dabei: Nicht alle Personen gehen gleichermaßen mit der Belastung um. Einige kommen scheinbar besser mit Druck, Stress und Rückschlägen zurecht als andere. Der Grund dafür scheint in ihrer Fähigkeit zur Resilienz zu liegen. Was man gemeinhin darunter versteht und – noch viel wichtiger  – wie du Resilienz lernen und deine Fähigkeit zur Resilienz sogar trainieren kannst, erfährst du jetzt…

Resilienz: Was versteht man darunter?

Interessanterweise stammt der Begriff, den wir heute gerne zur Beschreibung unserer Psyche nutzen, aus der Physik. Genauer gesagt aus der Werkstoffkunde. Und gleich wird klar, warum Psychologen diese Bezeichnung auch für sich beansprucht haben:

Resilienz – das Wort stammt von dem lateinischen Verb resilire ab, was „abprallen oder zurückspringen“ bedeutet  – meint in der Physik nämlich die Eigenschaft von bestimmten Materialien, nach einer Belastung oder Verformung wieder in den ursprünglichen Zustand zurück zu kehren. 

Resiliente Personen verfügen ebenfalls über diese Kunst. Sie können auch nach einer starken Belastung recht zügig wieder zu dem eigentlichen Ausgangspunkt zurück kehren. Lassen sich also nicht großartig von Rückschlägen beeindrucken. 

 

Resilienzfaktoren: Diese Merkmale spielen eine Rolle

Es scheint ganz bestimmte Faktoren zu geben, die uns besser mit Krisen und Rückschlägen umgehen lassen. Diese Merkmale oder Verhaltensweisen nennt die psychologische Forschung Resilienzfaktoren. Denn sie scheinen die Widerstandsfähigkeit unserer Psyche zu stärken wie ein Ingwer-Shot unser Immunsystem im Winter.

Resilienzfaktoren sind dabei gleich in doppelter Hinsicht unbedingt erstrebenswert: Sie helfen dir dabei, Krisen und Rückschläge besser zu verdauen und nach einer Niederlage wieder aufzustehen und weiterzumachen.

Noch dazu scheinen Personen, die über relativ viele Resilienzfaktoren verfügen, insgesamt weniger anfällig für Stress zu sein. Auch das ist nicht übel. Denn stressig geht es in den meisten Berufen und vor allem als Führungskraft zu. Wer es dann schafft, sich dadurch möglichst nichts anhaben zu lassen, kommt besser durch den Arbeitstag.

In diesem Sinne trägt Resilienz sogar dazu bei, dass du motivierter und produktiver arbeitest und vor allem auch deine Mitarbeiter dementsprechend führen kannst. Ganz zu schweigen davon, dass dein motiviertes Auftreten auch einen bleibenden Eindruck bei deinen Kunden hinterlassen wird.

Diese seelischen Widerstandsfaktoren gibt es

Grafik Resilienz

Kurzum, die Resilienzfaktoren können dich davor schützen, dich von Rückschlägen und Krisen zu sehr fertig machen zu lassen. Vielleicht entdeckst du den ein oder anderen der nur folgenden Resilienzfaktoren bei dir? Sollte das so sein, umso besser! Dann hast du gute Voraussetzungen, um deine Resilienz noch weiter zu trainieren. 

1. Empathie

Resilienz ist nicht nur auf dich selbst bezogen, sie bedeutet noch mehr. Die seelische Widerstandsfähigkeit meint nämlich, dass du auch dazu in der Lage sein musst, auf andere Menschen einzugehen und dich in sie hineinzuversetzen.

Das trägt nicht nur dazu bei, dass du wohl generell weniger Konflikte haben wirst, sondern macht dich zu einem Menschen, mit dem man gerne Kontakt hat. Gerade im Vertrieb ist das ein unschätzbarer Vorteil. 

2. Emotionssteuerung

Mit dem Begriff Emotionssteuerung ist gemeint, dass du deine Gefühle recht gut kontrollieren kannst. Das bedeutet natürlich nicht, dass du zu einem gefühllosen Roboter mutieren müsstest.

Im Gegenteil, natürlich gehört es gerade dazu, dass du auch emotional bist. Denn Emotionen zu zeigen und damit auf andere Menschen zu reagieren und mit ihnen zu interagieren, ist in der zwischenmenschlichen Begegnung unglaublich wichtig. Vor allem dann, wenn du Kunden von deinem Angebot überzeugen und Mitarbeiter zu besserer Leistung motivieren möchtest. 

3. Impulskontrolle

Wenn du über eine gute Impulskontrolle verfügst bedeutet das lediglich, dass du dich gut im Griff ist. Diese Eigenschaft darf gerade im Vertrieb und beim Umgang mit etwas schwierigen Mitarbeitern nicht unterschätzt werden.

Denn die Kunst, eben nicht auszuflippen, wenn es mehr als genug Gründe dafür gäbe, ist im alltäglichen Miteinander nicht zu unterschätzen. Noch dazu gibt es starke Hinweise darauf, dass Menschen mit ausgeprägter Fähigkeit zur Impulskontrolle beruflich erfolgreicher sind als andere.

Du solltest also nicht nur im Hinblick auf eine gut funktionierende Resilienz, dich in der Kontrolle deiner ersten Impulse üben. 

4. Kausalanalyse

Dieser etwas sperrige Ausdruck bezeichnet im Prinzip eine ganz einfache und noch dazu einleuchtende Sache: Wer die kausalen Zusammenhänge von Konflikten und Problemen versteht, kann daran etwas ändern.

Aber nicht nur das, die Einsicht darin, dass es zum Beispiel einen Zusammenhang zwischen einer schlechten Schulnote und ständig „vergessenen“ Hausaufgaben gibt, hat noch einen weiteren Effekt: Bei einer 5 in Mathe setzen sich Schüler, die die kausalen Zusammenhänge einsehen, auf den Hosenboden und ändern etwas an ihrem Verhalten.

Übertragen auf die Arbeitswelt bedeutet das: Mitarbeiter oder Selbstständige, die einen Misserfolg haben, suchen die Schuld nicht zuerst bei anderen. Jedenfalls dann nicht, wenn sie die Kausalanalyse korrekt anwenden können. Sie verstehen vielmehr, dass sie ihren Teil dazu beigetragen haben (oder eben gerade nicht dazu beigetragen haben), dass die Situation jetzt so ist, wie sie ist.

Kausalanalyse bedeutet aber noch mehr: Der eigene Anteil am Erfolg einer Sache wird realistisch eingeschätzt. Sich mit fremden Federn zu schmücken kommt bei Menschen, die die kausalen Zusammenhänge gut analysieren können, eher selten vor. 

5. Realistische Einschätzung

Resiliente Personen akzeptieren Rückschläge als das, was sie sind: Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Im Leben geht es eben nicht immer nur bergauf. Das erkennen Personen mit einer realistischen Einschätzung an.

Natürlich bedeutet das nicht, dass sie sich von wirklich schlimmen Erfahrungen, wie beispielsweise dem Tod einer geliebten Person, nicht herunter ziehen lassen würden.

Es geht vielmehr um den Umgang mit der Situation an sich. Und der ist eben realistisch. Bedeutet: Sie akzeptieren den Schmerz und das Unheil, können nach kurzer Zeit aber wieder den Blick nach vorne richten und sich auf neue Herausforderungen konzentrieren. Menschen mit einer realistischen Einschätzung oder einem gesunden Realismus kennzeichnet meist eine konstruktive Herangehensweise an Probleme und Krisen. 

6. Selbstbewusstsein

Personen, die über eine ausgeprägte Resilienz verfügen, sind sich ihrer Stärken und Kompetenzen bewusst.

Statt sich über Dinge zu beklagen, die nicht funktionieren, gehen sie Herausforderungen proaktiv an. Du ahnst es schon: Auch diese Eigenschaft hat sehr viel mit Erfolg zu tun. Denn resiliente Menschen in diesem Sinn lassen nicht zu, dass sie in die Opferrolle gedrängt werden, sondern suchen nach Lösungen und Auswegen aus dem Schlamassel.

Dass sie sich das überhaupt zutrauen, liegt eben daran, dass sie über ein wirksames Selbstbewusstsein verfügen.

7. Zielorientierung

Zielorientierung macht nicht nur resiliente, sondern vor allem auch erfolgreiche Menschen aus. Denn sie verstehen es, sich etwas in den Kopf zu setzen und dieses Ziel mit Nachdruck zu verfolgen.

Das tun sie, weil sie es wirklich möchten und es ihrem inneren Antrieb entspricht und machen es damit nicht etwa nur deshalb, weil der Vorgesetzte oder jemand anders es verlangt. 

Video abspielen

Resilienz lernen: So gelingt es

Nach all den Faktoren, die wir uns gerade angesehen haben, scheint das Thema Resilienz ein echter Brocken zu sein. Vielleicht fragst du dich jetzt darum, wie du derart bestimmende Merkmale deiner Persönlichkeit trainieren kannst, wenn du Probleme damit hast, dich zwei bis drei Mal pro Woche ins Fitnessstudio zu quälen.

Die leider traurige Nachricht: Niemand hat behauptet, dass es leicht sein würde, die eigene Resilienz zu verbessern. Wichtig ist dabei nur, dass du wissen solltest, dass es tatsächlich geht. 

Denn aktuelle Studiendaten deuten darauf hin, dass die eigene Persönlichkeit veränderbarer ist, als man noch bis vor einigen Jahren angenommen hat. Bis dahin herrschte die Meinung in der Wissenschaft, dass die persönliche Entwicklung irgendwann in den 20ern eines jeden Menschen abgeschossen ist. Seit einiger Zeit wissen wir allerdings, dass dem nicht zwingend so ist.

Du kannst also auch dann, wenn du zu den älteren Semestern gehörst, noch etwas an deinen charakteristischen Merkmalen ändern und deine Resilienz trainieren. Denk immer daran: Resilienz hat sehr viel mit deiner Einstellung zu Dingen zu tun.

Resilienz trainieren: Diese Tipps helfen dir dabei resilient zu werden

Die Forschung zur Resilienz gibt unterschiedliche Tipps, wie Menschen ihre eigene Resilienz trainieren oder damit anfangen können, Resilienz zu lernen. Zum Abschluss möchte ich dir einige ausgewählte Tipps für mehr Resilienz mit auf den Weg geben. Probier aus, wie du damit zurecht kommst und lass mich gerne wissen, ob dir die Resilienz-Tipps weitergeholfen haben:

Glaube an dich und deine Fähigkeiten 

Genau das solltest du ohnehin tun, wenn du erfolgreich sein möchtest. Aber natürlich gibt es meist noch Luft nach oben. Eine gute Möglichkeit, dein Selbstbewusstsein und deine Selbstwirksamkeit noch weiter auszubauen, ist ein Erfolgstagebuch. Darin hältst du alle Dinge fest, die exzellent funktioniert haben. Auch Stärken und persönliche Kompetenzen gehören in dieses Tagebuch hinein. In schlechten Zeiten kannst du hier nachlesen und dich darauf besinnen. 

Reflektiere vergangene Krisen

Auch bereits überwundene Krisen können dabei helfen, deine Resilienz zu trainieren. Versuch dich daran zu erinnern, auf welche Weise du frühere schlechte Zeiten gemeistert hast. Unter Umständen hilft dir die damalige Lösung auch für dein aktuelles Problem. Wenn nicht, kannst du die überstandene Krise immer noch als Beispiel dafür nutzen, dass es dir schon einmal gelungen ist, dich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen.

Akzeptiere Niederlagen

Für kaum einen Menschen geht es immer nur nach oben. Rückschläge und Krisen gehören nun einmal zum Leben mit dazu. Das hat aber nichts mit dir oder deiner Persönlichkeit zu tun, sondern ist vollkommen normal. Wenn du lernst, das anzunehmen, bist du schon einen Schritt weiter Richtung Resilienz.

Tu etwas für dich selbst

Aktive Entspannung, Achtsamkeitstraining oder eine Extremsportart – die Möglichkeiten, einen Ausgleich zum Job zu finden sind extrem vielfältig. Es ist also an dir, dich für die richtige Option zu entscheiden. Je besser und öfter du abschalten und etwas für deine Erholung tust, umso resilienter kannst du neuen Problemen begegnen. 

Weitere Beiträge zum Thema

Resilienz lernen: So prallen Krisen von dir ab

Entscheidungen treffen: So geht’s!

Nein sagen lernen

Die allerwichtigste Podcast-Folge deines Lebens

Die 72 Stunden Regel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Willst du mehr verkaufen?

Mein Name ist Dirk Kreuter, und ich helfe Unternehmern zu mehr Verkäufen. Stellt sich nur die Frage: “Deinem auch?”

Über Dirk Kreuter

Dirk Kreuter ist einer der einflussreichsten Vordenker zu den Themen Vertrieb, Verkauf und Akquise, sowohl online wie offline. Er hält schon seit 1990 begeisternde Vorträge und ist Autor von über 50 Büchern & Hörbüchern.

Willst du mehr verkaufen?

Mein Name ist Dirk Kreuter, und ich helfe Unternehmern zu mehr Verkäufen. Stellt sich nur die Frage: “Deinem auch?”

Willst du verkaufen lernen?

Erhalte jetzt regelmäßig wertvolle Tipps